Gute Zahlen, gute Stimmung
DEHOGA-Branchenbericht: Übernachtungszahlen und Umsätze gehen nach oben / Bettensteuer und Gema machen Sorgen
BERLIN. Mit viel Optimismus blickt das Gastgewerbe in die nähere Zukunft. „Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung, sinkende Arbeitslosenzahlen und die Ankurbelung der Binnennachfrage sorgen für bessere Zahlen in Gastronomie und Hotellerie“, verkündete DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...-Präsident Ernst Fischer bei der Vorstellung des jüngsten DEHOGA-Branchenberichts in Berlin.
So stieg die Zahl der Übernachtungen von Januar bis März um 6 Prozent auf den Rekordwert von 96,2 Mio. Insgesamt verzeichnete die Branche im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzwachstum von 3,6 Prozent; real schlug ein Plus von 1,5 Prozent zu Buche. Dabei ist der Aufschwung auch endlich in der Gastronomie angekommen. „Angesichts dieser guten Ergebnisse prognostizieren wir dem Gastgewerbe für das Gesamtjahr 2012 insgesamt 3 Prozent höhere Umsätze“, zeigte sich Fischer zuversichtlich.
Allerdings bleibt die Ertragslage der Betriebe aufgrund steigender Betriebskosten und geringer Spielräume bei der Preisgestaltung weiterhin angespannt. Dennoch ist die Investitionsbereitschaft der Hotelbetriebe erfreulich. Es wird vor allem modernisiert. Hier wirkt die gute Konjunktur, vor allem aber weiterhin die Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen.
So richtig die Mehrwertsteuersenkung in der Hotellerie gewesen sei, so wichtig sei auch die Gleichbehandlung gastronomischer Umsätze, meinte Fischer. „Ein einheitlicher reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen ist aus steuersystematischen, arbeitsmarktpolitischen und sozialen Gründen sowie insbesondere aus Gründen der Gleichbehandlung sinnvoll und längst überfällig“, sagte der Verbandspräsident.
Deutlich wurde Fischer auch beim Thema Bettensteuer: „Anstatt die Hotellerie zu stärken, die vor Ort Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft und dort ihre Steuern zahlt, schaden Bettensteuern dem lokalen Tourismus.“ Bettensteuern seien zudem verfassungswidrig, das hätten Gutachten renommierter Kanzleien ergeben. Der Verband bleibt bei seinem klaren Nein. Am 11. Juli ist die mündliche VerhandlungIn eine Verhandlung sind mindestens zwei Parteien oder Personen involviert, die in der Regel einen Interessenskonflikt oder gegensätzliche Meinungen zu einem bestimmten Thema haben.
weiter mit Mausklick... der DEHOGA-Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig angesetzt. Als problematisch sieht Fischer auch die Veröffentlichung von Lebensmittelkontrollergebnissen in Form von sogenannten Hygieneampeln an. „Der DEHOGA stellt sich nicht vor Schmuddelbetriebe, aber wir setzen auf Qualifizierung statt Stigmatisierung“, sagte der Hotelier. Positiv stellt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dar. In den vergangenen zehn Jahren haben Hotellerie und Gastronomie fast 100.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen – ein Plus von gut 12 Prozent. „Die Branche hat sich in den vergangenen Jahren als Jobmaschine erwiesen und besitzt noch erhebliches Potenzial“, betonte DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. „Allerdings müssen auch die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen stimmen.“ So könnten Einschnitte bei den Minijobs und die Einführung von Mindestlöhnen die gute BilanzGegenüberstellung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten eines Unternehmens, mit dem Ziel, das Eigenkapital als Restgröße zu ermitteln.
weiter mit Mausklick... schnell gefährden, zeigte sich Hartges überzeugt.
Ungemach droht auch von anderer Seite. So will die Verwertungsgesellschaft GEMADeutsche "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte"".
weiter mit Mausklick... zum 1. Januar 2013 neue Tarife für Musikveranstaltungen einführen (AHGZvom 12. Mai). „Diese sogenannte Tarifreform darf nicht kommen“, betonte der DEHOGA-Präsident, „sie ist existenzgefährdend, Betriebe müssen schließen, Arbeitsplätze gehen verloren.“ Uwe Lehmann



