Branche aktuell
Gutes Jahr für Arcadia
Baumhögger-Gruppe steigert Umsatz / Unternehmer betrachtet Mitarbeiter als Erfolgsfaktoren
DORTMUND. 2006 wird ein erfolgreiches Jahr für die Arcadia Hotels & More Management Gesellschaft. Das sagt Geschäftsführer Reinhard Baumhögger und verweist auf die Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr. Demnach stieg der Netto-Umsatz um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer) um 3,50 Euro.
Baumhöggers Gesellschaft führt 32 Hotels und vier Senioren-Residenzen mit 7500 Betten in Deutschland, 26 Häuser firmieren als Franchisenehmer von Accor unter der Marke Mercure. Baumhögger ist Eigentümer von 20 Hotelimmobilien. Seine Gruppe beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter bei einem Umsatzvolumen von 100 Mio. Euro pro Jahr. Dieses Niveau will der promovierte Volkswirt halten. Zudem denkt er an neue Standorte in Stuttgart, Hamburg und München. Sein Lieblingshotel ist das Mercure Schlosshotel Goldschmieding in Castrop-Rauxel. Das Hotel erreichte als Mannschaftshotel für die deutsche Nationalelf während der Fußball-Weltmeisterschaft einen großen Bekanntheitsgrad.
„Nicht nur Klinsmann und seine Mannen haben sich bei uns wie zu Hause gefühlt, sondern auch unsere Gäste schätzen die Wohlfühlatmosphäre in allen unseren Häusern“, spielt Reinhard Baumhögger auf seinen Firmenslogan „Arcadia – die Wohlfühlgruppe“ an.
Wohlfühlen sollen sich auch seine Mitarbeiter. Sie seien Erfolgsfaktoren. „Nicht Geld ist entscheidend, sondern Spaß und Motivation sind die Antriebsfedern für gute Dienstleistung und damit für Erfolg.“ Jeder Direktor solle den Betrieb wie sein eigenes Haus betrachten und sich vor Betriebsblindheit hüten. Unternehmerisch denken sei auch für jeden Mitarbeiter Pflicht. „Jeder Mitarbeiter ein kleiner Unternehmer – dann sind wir auf dem richtigen Weg“, lautet die Erfolgsdevise Baumhöggers.
Wichtig ist in den Arcadia-Hotels soziales Engagement. Das Spendenbudget liege bei rund 100.000 Euro pro Jahr. Der Dortmunder Unternehmer geht dabei jedoch eigene Wege. Statt für Organisationen zu sammeln, stellt er eigene Aktionen auf die Beine.
Baumhögger hat 1972 als Bauunternehmer seine Laufbahn gestartet. Als Hotelier begann er 1988 mit dem Mövenpick-Hotel in Münster als Partner von Ueli Prager. Später übernahm er ein Hotel in Trier. „Als erfolgreicher Hotelier braucht man viel Fingerspitzengefühl. Ich gehe zum Beispiel jeder Reklamation persönlich nach“, sagt er. Langfristig will er den Konzern allerdings von seiner Person stärker abkoppeln. Das rühre daher, dass er mit einer Reihe von Anklagen Ende 2005 in die Schlagzeilen geriet. Die Vorwürfe seien inzwischen ausgeräumt. „Wo gehobelt wird, fallen halt Späne“, sagt Baumhögger. Gundula Marx

