Gastkolumne
Hoteliers müssen sich anstrengen
Von Markus Beike
Anscheinend reichen die rund 40.000 Hotels in Deutschland noch nicht aus. Kaum berichtet die Presse von der Renaissance der deutschen Hotellerie, von einem steigenden RevPar (der Erlös pro verfügbarem Zimmer ist eine wichtige Produktivitätskennziffer in der Hotellerie), da holen Projektentwickler und Investoren auch schon ihre Hotelbaupläne aus den Tiefen ihrer Schubladen. Sie waren für lange Zeit in der Versenkung verschwunden und bereits dick mit Patina belegt. Und los geht’s.
Spitzenreiter unter den beliebtesten deutschen Standorten ist unsere Hauptstadt Berlin. Gemunkelt wird, dass dort rund 35 Hotelprojekte in Planung sind. Ob und wann diese Häuser dann auch wirklich kommen, wird sich erweisen. Den umkämpften Hotelmarkt bereichern sollen Neubauten (purpose built), inzwischen aber auch Konversionen von Büroleerstand – ein neuer Trend. Des einen Leid, des anderen Freud: Der Gast wird es goutieren.
Neue und moderne Produkte – um es mit dem Philosophen Voltaire zu sagen: Das Bessere ist der Feind des Guten. Und die Hoteliers müssen sich einmal mehr anstrengen: Ergraute Zimmer müssen aufpoliert werden, damit die Häuser wettbewerbsfähig bleiben. Wächst der Nachfragekuchen nicht in dem Maße wie das Angebot, steigt der Druck auf die Preise – schon jetzt hinkt Deutschland „old Europe“ hier hinterher.
Damit das neue Hotel nicht floppt, bedarf es einer gründlichen Analyse. Ein wertvolles Grundstück rechtfertigt nicht automatisch viele und teure Zimmer.
Der Markt ist in diesem Fall der beste Berater. Er entscheidet über Kategorie, Zimmeranzahl und die weitere Ausstattung. Ihn gleich zu Beginn zu befragen spart Zeit sowie Kosten und schont die Nerven.

