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Hotellerie auf der Gesundheitswelle

Treugast-Trendgutachten: Branche rüstet sich mit Vorsorgeangeboten / Auch Tagungsgeschäft und Städtetourismus boomen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/43 vom 28. Oktober 2006
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STUTTGART. Wellness- und Gesund-heitstourismus werden auch in den kommenden Jahren die am stärksten wachsenden Segmente im Tourismus sein. Von dieser Entwicklung wird auch die deutsche Hotellerie profitieren. Dies ist ein Ergebnis des kürzlich auf der Expo Real vorgestellten Treugast-Trendgutachtens Hospitality 2006/2007 (Seite 3).

Kein Zweifel: Der Wellness-Boom ist ungebrochen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Qualitätsbegriff in der Wellness-Hotellerie eine immer größere Rolle spielt. „Die Voraussetzung für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg ist eine rigorose Qualitätssicherung“, sagte Treugast-Präsident Stephan Gerhard.

In vielen Wellnesshäusern stehen neue Gesundheitsangebote auf der Tagesordnung. Die Hotellerie will damit die gestiegene Gästenachfrage decken. Und es entstehen neue Varianten. Patientenhotellerie nennt sich ein Modell, das seinen Ursprung in Skandinavien hat. Hierbei werden Patienten geringerer Versorgungs- und Pflegestufen in ein dem Krankenhaus angegliedertes Hotel verlegt. Gerhard: „Das Modell erfüllt zwei Zielsetzungen gleichzeitig: Besseren Service bei geringeren Kosten.“ Erhebliche Einsparungen sind möglich, da im Hotel kein teures medizinisches Fachpersonal eingesetzt wird. Eines dieser Klinik-Gästehäuser ist bereits in Essen entstanden, an den Unikliniken in Nürnberg, Dresden, Münster, Kiel und Köln sind Hotels bereits in Planung (Seite 3). Ein Zugpferd der Branche bleibt die Tagungs- und Kongresshotellerie. In diesem Bereich behauptet Deutschland weiterhin den Spitzenplatz in Europa, weltweit liegt das Land hinter den USA auf Rang zwei. „Bei den Tagungsspezialisten kommt es darauf an, dass sie sich den Nachfragebedürfnissen anpassen“, heißt es im Trendgutachten.

Im Tagungsbereich sind es vor allen die großen Hotels, die den stärksten Aufschwung verzeichnen. Reichen diesen Häusern die eigenen Betten- und Tagungskapazitäten nicht, schließen sie sich zusammen, um Synergien zu nutzen. Derartige Kooperationen gibt es mit der „Hotel Allianz Potsdamer Platz“ und „Destination B.“ bereits in Berlin. Ihr Ziel ist es, internationale Großveranstaltungen an die Spree zu holen. Überhaupt legen die Städtereisen kräftig zu: Vor allem Veranstaltungen und Events – sogenannte Themenreisen – locken Touristen in die Städte. Für viele Besucher steht außerdem Shopping im Fokus.

Die Anbindung durch Low-Cost-Carrier und die wachsende Lust auf Kurzurlaub tragen darüber hinaus zum Aufschwung des Städtetourismus bei. So rechnet die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen damit, dass 2015 zirka 79 Mio. Kurzreisen angetreten werden – fast doppelt so viele wie heute (43 Mio.).

Im Trend liegen auch Budget-Designhotels. Das Motto der Motel-One-Hotels „Viel Design für wenig Geld“ findet immer mehr Anhänger. So hat die Nestor-Gruppe erst in diesem Sommer die Budget-Designmarke Acom aus der Taufe gehoben. Das erste Hotel wurde in München-Haar eröffnet. Sechs weitere sind bereits in Planung.

Gerhard rechnet mittelfristig mit einem Anstieg der Budget-Designhotels von 25 bis 30 Prozent. Profilieren werden sich Hotels zunehmend über Spezialimmobilien. Auch Mixed-Use-Varianten wie Stadthotel mit Shopping-Mall oder Wellness-Hotel mit Beauty-Klinik sind auf dem Vormarsch. Rüdiger Rüster

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