Hyatt Regency geht ins Rennen
Eröffnung am 15. Dezember: 5-Sterne-Hotel im Zwillingsturm im Medienhafen Düsseldorf / Konkurrenz gibt sich gelassen
DÜSSELDORF. Rund 160 Mio. Euro hat das neue Hyatt Regency im Medienhafen gekostet, das Mitte Dezember die ersten Gäste empfangen soll. Direktorin Monique Dekker setzt auf zertifizierte Umweltfreundlichkeit.
Der silberne Schriftzug prangt bereits über dem Eingang. „Seit Monaten sind wir Tag und Nacht auf der Baustelle. Als die Handwerker das Logo montierten, war das ein sehr bewegender Moment“, sagt Monique Dekker, die 38-jährige Generaldirektorin des Hauses am Rheinufer. Zwei Jahre hat die Bauzeit des Stadthotels gedauert, das sich in einem von zwei 65 Meter hohen Zwillingstürmen befindet. Auf 19 Etagen verteilen sich 290 Zimmer, 13 Suiten, zwei Restaurants, zwei Bars, Lounge, Café, Spa sowie 850 Quadratmeter Tagungsfläche.
Bis zur Eröffnung gibt es noch allerhand zu tun.
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Zwar sind Empfangsbereich, Lobby, Restaurants und Bars sowie die Zimmer auf den Etagen 2 bis 5 so gut wie fertig. Doch auf den übrigen 14 Etagen tummeln sich noch die Handwerker, die Teppichböden verlegen, Waschbecken und Toiletten anbringen oder Lampen montieren. Doch Monique Dekker ist optimistisch. „Jedes Mal, wenn ich auf die Baustelle komme, ist wieder etwas fertig.“
Die unteren Etagen stehen den Gästen ab Mitte Dezember zur Verfügung. Bis zum Grand Opening im Februar sollen auch die Bauarbeiten auf den übrigen Etagen abgeschlossen sein. Doch nicht nur um die Baustelle muss sich die Hoteldirektorin derzeit kümmern: „In den nächsten Wochen ist das Training unserer neuen Mitarbeiter einer der wichtigsten Punkte.“
Dekker blickt zuversichtlich nach vorn: „Es flattern bereits jetzt viele Buchungen ins Haus. Pro Tag haben wir an die 15 Anfragen für Veranstaltungen“, sagt die Hoteldirektorin. Die Konkurrenz gibt sich noch gelassen. „Wir sind von der Lage, Größe und Ausstattung her zwei völlig unterschiedliche Produkte“, so Steigenberger-Direktor Michael Kain gegenüber der AHGZ. „Gäste, die eine gute Anbindung an die Messe schätzen, kommen weiterhin zu uns. Wir liegen zentraler“, ist er überzeugt.
Als weltweit erstes Hotel hat das neue Hyatt Regency sich für das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) für Hotelneubauten angemeldet. „Zwei eigene Pumpen im Haus saugen Grundwasser an, das im Hotel zum Kühlen und Beheizen genutzt wird“, erläutert Dekker. „Das Wasser dient dabei aber nicht nur als Übertragungsmedium, sondern kommt auch in Toilettenspülungen und Urinalen zum Einsatz.“
JSK Architekten setzten beim Entwurf des Hotels auf eine stark reduzierte Formensprache aus Glas, Sichtbeton und Holz. In der Glasfassade spiegeln sich der benachbarte Rheinturm, die Bauten von Stararchitekt Gehry und der Rhein. Das Innendesign haben die niederländischen Innenausstatter FG Stijl Amsterdam entworfen: warme Erdtöne mit Grün, Braun und Beige sowie viel Glas in der Kombination mit natürlichen Materialien wie Holz, Marmor und Granit. Leitmotiv ist der Rhein, mit Seerosen und Seegras als wiederkehrenden Bildern.
Wie bei Hyatt üblich, wird auch im Düsseldorfer Haus die Kunst großgeschrieben „Bei uns wird es Werke unterschiedlichster, auch lokaler Künstler geben. Zum Beispiel Wolfgang Joop, Andre Wagner, Arjan van Arendonk oder Horst Kloever“, verrät Dekker.
Großen Wert legt Monique Dekker auch auf Gäste aus Düsseldorf. „Wir kalkulieren, dass unsere Einnahmen im F&B-Bereich bei 35 bis 40 Prozent liegen werden“, so Dekker. Damit das gelingt, sind die Restaurants und Bars offen gestaltet und haben entlang der öffentlichen Uferpromenade zusätzliche Eingänge. Neu in deutschen Hyatt-Häusern ist das Café D. Von der Uferpromenade aus zugänglich, bietet es sowohl Gästen als auch Mitarbeitern frisch zubereitete Sandwiches, Suppen und Salate. „Diese Art Selfservice-Restaurant gibt es bei Hyatt bislang nur in Zürich. Und dort läuft es bombig“, weiß Dekker. „Wir betrachten es als prima Möglichkeit, dass Gäste und Mitarbeiter ins Gespräch kommen.“
Auf einen Termin im nächsten Jahr freut sich Monique Dekker besonders: den Eurovision Song Contest, der am 14. Mai 2011 in Düsseldorf stattfindet. „Da ist unser Haus bereits komplett ausgebucht. Das ist eine tolle Chance für uns, uns zu präsentieren.“ (Seiten 1, 24, Editorial Seite 8) Natascha Ziltz


