Hotellerie
Internationalität in deutschen Tagungshotels
Frankfurt/M. Deutschland hat ein hervorragendes Image als Tagungs- und Veranstaltungsdestination. Das bestätigten auch die Ergebnisse der aktuellen Studie „Meeting & Event Barometer 2010“, die auf der Fachmesse Imex in Frankfurt vorgestellt wurde.
Analysiert werden die „promotablen Geschäftsreisen“, die zu Messen, Ausstellungen, Kongressen, Tagungen und Events führen. Sie machen 44 Prozent des gesamten Geschäftsreisemarkts aus. 2009 sank ihre Zahl um 12 Prozent. Traditionelle Geschäftsreisen gingen nur um 3 Prozent zurück.
Bei den Tagungsdestinationen weltweit erreicht Deutschland wie im Vorjahr Platz eins, gefolgt von Spanien und Österreich. Beliebtestes Bundesland der Veranstalter in Deutschland ist Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Die beliebtesten Metropolregionen sind Berlin-Potsdam, München sowie das Rhein-Main-Gebiet.
Die Tagungshotellerie hat die Krise im vergangenen Jahr am heftigsten getroffen. Die Zahl der Veranstaltungen in der Tagungshotellerie sank 2009 um 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ihre Teilnehmerzahl um 13,2 Prozent. Gut die Hälfte der befragten internationalen Anbieter und Veranstalter ist der Meinung, dass die Talsohle der Wirtschaftskrise erreicht ist.
Potenzial sehen die Befragten beim Thema virtuelle Kommunikation (Seite 9) sowie in der wachsenden Nachfrage nach Green Meetings in Deutschland. Rund 67 Prozent der Anbieter beabsichtigen, 2010 in ihr eigenes Produkt (Hardware) zu investieren. Nur ein Drittel plant allerdings, die Preise zu erhöhen.
Andreas Westerburg, internationaler Verkaufsdirektor der NH Hoteles mit Sitz in Madrid, bestätigte der AHGZ auf der Imex die aufgelockerte Stimmung. „Wir sehen seit Oktober 2009 in allen Märkten eine anhaltende Verbesserung. Die Belegung von Zimmern und Meetingräumen steigt. Anfragen und realisierte Buchungen nehmen zu. Allerdings sind die Ausgaben pro Veranstaltung gesunken, das heißt: Bei mehr Transaktionen haben wir derzeit geringere Erlöse.“
Laut Michael Schreiber, Geschäftsführer des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft (EITW), litt die Tagungshotellerie insbesondere unter dem Rückgang von Seminaren und kleineren Tagungen mit bis zu 100 Teilnehmern. Diese machen rund 74 Prozent der Veranstaltungen in Hotels aus. „Etwa 70 Prozent der Veranstaltungen in Tagungshotels werden sogar von höchstens 50 Personen besucht“, so Schreiber.
Größere Jahreshauptversammlungen, Gesellschafterversammlungen oder Verbandstagungen müssten hingegen regelmäßig abgehalten werden, davon profitierten insbesondere die Veranstaltungszentren.
Als wichtigen Pluspunkt für die Tagungshotellerie wertet die Studie ihre hohe Internationalität. Denn für die Zukunft sagen rund 80 Prozent der Anbieter und 90 Prozent der Veranstalter den internationalen Veranstaltungen eine gleich bleibende oder steigende Bedeutung voraus. Bei 6,3 Prozent der in Tagungshotels abgehaltenen Veranstaltungen kommt mindestens jeder zehnte Gast aus dem Ausland.
Initiatoren der Studie zum Tagungs- und Eventmarkt in Deutschland sind der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC), das GCB German Convention Bureau und die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). 2010 haben die Partner bereits zum vierten Mal das Europäische Institut für TagungsWirtschaft (EITW) beauftragt, den Veranstaltungsmarkt zu beleuchten.
Um Meetings & Events geht's auch beim ersten Mice Summit Hotellerie am 21./22. Juni in Wiesbaden, bei dem die AHGZ als Medienpartner auftritt. Infos und Anmeldung unter www.conferencegroup.de/mice10
