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Kommentar

Investieren, wenn alle Angst haben!

Von Reiner Nittka

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/41 vom 11. Oktober 2008

Jeder Krise wohnt eine Chance inne. Aber die aktuelle Marktverfassung ist historisch. Was wir erleben, sind tektonische Verschiebungen ungeheuren Ausmaßes. Existenzielle Paradigmenwechsel. Klar aber auch: Im Chinesischen ist das Wort für Krise das gleiche wie für Chance. Nur: Wer erhält die Chance? Und für wen bedeutet die Krise das Aus?

Zwei Schritte zurück machen den Blick freier: Die grundsätzlichen Annahmen sind weiter intakt – wie vor einem Jahr. Noch nie waren Volkswirtschaften so eng miteinander verknüpft wie derzeit, noch nie war das Schicksal der Menschen in Peking, Moskau, Kalkutta enger mit dem der Bürger in Berlin, London oder New York verzahnt. Der globale Mobilitätssturm, der daraus folgt, benötigt eine qualitativ und quantitativ andere Infrastruktur als die, die wir bislang kannten. Und: Die Hotellerie ist ein Eckpfeiler dieser neuen internationalen Mobilitätsstruktur, sie ist ein Teil dieses Megatrends.

Ist das so, folgt daraus, dass der Hotelimmobilienmarkt von seiner Substanz her ein Zukunftsmarkt ist. Allerdings gilt das nicht für jedes Projekt. Was ist nötig? Erstens: Die Privathotellerie darf sich nicht zurücklehnen, sondern muss ihre Hausaufgaben gerade jetzt aggressiv machen. Wer Substanz hat, kann die Zeitverzögerungen, die die internationalen Hotelgruppen mit ihren Rollout-Strategien betreffen, nutzen, um Boden gutzumachen.

Viele angekündigte Hotelprojekte werden verschoben oder aufgegeben. Also: Investieren, wenn alle Angst haben; ängstlich sein, wenn alle jubeln, ist richtig. Wer jetzt keinen Instandhaltungsstau provoziert, wer sich Marketingkooperationen anschließt und die Rolle des Internets erkennt, legt ein solides Zukunftsfundament.

Zweitens: luge Investoren legen derzeit stockkonservativ an. Das ist eine Chance für Immobilien und damit auch eine für die Assetklasse Hotelimmobilie. Offene und geschlossene deutsche Fonds sind auf der Suche nach Hotels. Wer diesen Bedarf erkennt, etabliert sich bis weit nach der Krise. anz klar: Von dem, was auf den internationalen Märkten geschieht, bleibt niemand unberührt. Es wird grandiose Pleiten geben, und Spieler werden vom Feld verschwinden. Aber es gibt auch eine Zeit danach. Wer die mitgestalten will, legt die Grundlagen dafür jetzt. Gerade jetzt.

Der Autor ist VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
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der UnternehmensberatungDienstleistungsunternehmen, das in einem interaktiven Prozess mit dem Klienten ein individuelles Lösungskonzept für eine komplexe betriebswirtschaftliche Problemstellung erarbeitet und auf Wunsch auch dessen Umsetzung begleitet.
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