Diese Woche
Investitionen sind in Gefahr
DEHOGA: Reduzierte Mehrwertsteuer wirkt und muss bleiben / Harter Winter und kühles Frühjahr belasten die Branche
BERLIN. Deutschlands Hoteliers sind empört: Politiker von CDU und FDP haben in den vergangenen Tagen immer wieder Vorbehalte gegen den von ihnen selbst beschlossenen und seit Januar gültigen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen geäußert. Solchen Überlegungen erteilte der DEHOGA auf seiner Jahrespressekonferenz eine klare Abfuhr.
Außerdem stellte der Bundesverband seinen aktuellen Branchenbericht vor. Bedrückendes Fazit von DEHOGA-Präsident Ernst Fischer: „Die weltweite Wirtschaftskrise, der harte und schneereiche Winter und das schlechte Wetter im Frühjahr haben unsere Branche schwer getroffen.“
Angesichts dieser schwierigen Branchenlage dürfe die Mehrwertsteuersenkung und die damit verbundene Steuergerechtigkeit nicht infrage gestellt werden. Fischer: „Die Mehrwertsteuersenkung wirkt. Unsere Betriebe investieren in betriebliche Verbesserungen, in Preissenkungen und nicht zuletzt in ihre Mitarbeiter.“ Was die Hoteliers jetzt brauchten, sei Planungssicherheit, betonte der Präsident. „Sollte das Gesetz im nächsten Jahr tatsächlich rückgängig gemacht werden, würden viele Betriebe, die investiert haben, große Probleme bekommen“, so Fischer gegenüber der AHGZ. Schon die Diskussion darüber trage zur Verunsicherung bei und sei geeignet, Investitionen zu verhindern.
Zudem stellt sich im aktuellen Branchenbericht die Lage der Branche nicht gerade rosig dar: Von Oktober 2009 bis März 2010 haben 58,7 Prozent der Hoteliers und fast zwei Drittel der Gastronomen Ertragsrückgänge verzeichnet. „Das kalte und nasse Frühjahr hat die Situation noch verschärft“, sagte Fischer. Darunter habe besonders die Außengastronomie gelitten. Diese Umsatzverluste seien auch im Sommer kaum noch aufzuholen. Deshalb plädiert der Präsident für eine unbürokratische Ausdehnung der Öffnungszeiten der Freiluftgastronomie bis Mitternacht.
Unbeirrt hält der Verband an der Forderung nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie fest. Fischer kämpferisch: „Es muss Schluss sein mit der steuerlichen Ungleichbehandlung der Gastronomie gegenüber Bäckern, Metzgern und dem Lebensmitteleinzelhandel.“ (Seite 2, Editorial Seite 8)

