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ITB 2010: Rund 11.000 Aussteller aus 180 Ländern präsentieren sich in den Messehallen unter dem Funkturm (Foto: Messe)

Messe

ITB: Zukunftsweisende Trends und Konzepte

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/10 vom 6. März 2010
von

BERLIN. Wer die neuesten Trends in der Hotel- und Reisebranche entdecken will, kommt an einem Besuch der nicht vorbei. Ab kommenden Mittwoch präsentieren sich fünf Tage lang 11.000 nationale und internationale Aussteller auf einer Fläche von 160.000 Quadratmetern. Auch in diesem Jahr rechnet die Messe Berlin mit 180.000 Besuchern – rund zwei Drittel davon sind Fachbesucher.

Diese dürften sich auch für die zukunftsweisenden Diskussionen in den Hallen 7.1 a/b und 7.3. interessieren, denn hier findet der ITB-Kongress statt. Die Hotellerie wird sich schwerpunktmäßig in den Hallen 8.1, 9 und 10 präsentieren.

Nachhaltige Konzepte

Erstmals veranstaltet die Messe Berlin einen kompletten MICE-Day im Rahmen der ITB Business Travel Days. „Im vergangenen Jahr kam das Konzept mit den einzelnen Programmbausteinen bereits sehr gut an“, erläutert Astrid Ehring, Pressereferentin der Messe Berlin. Dies sei Grund genug, das Angebot kontinuierlich auszubauen. Interessante Aspekte liefert diesmal beispielsweise eine Podiumsdiskussion am Mittwoch, den 10. März, mit der „die Bedeutung des Tagungsgeschäfts für die touristische Entwicklung von Destinationen“ unter die Lupe genommen wird. Unter der Moderation von Gerd Otto-Rieke von der Akademie Neue Medien melden sich unter anderem Matthias Rieger, Geschäftsführer Hamburg Convention Bureau, und Heike Mahmoud, Director Conventions im Berlin Convention Office (BCO), zu Wort.

Lohnendes Tagungsgeschäft

Die BCO-Chefin kann trotz Krise mit eindrucksvollen Zahlen aufwarten: Die Kongress-Metropole Berlin verbuchte 2009 4 Prozent mehr Veranstaltungen und 1 Prozent mehr Event-Teilnehmer gegenüber dem Vorjahr. Sogar um 6 Prozent auf nunmehr 5 Mio. stieg die Zahl der Übernachtungen, die durch Tagungen und Kongresse initiiert wurden.

Am zweiten ITB-Tag steht das Thema Green Meetings im Fokus: Eine Analyse zu „Klimaschutzprojekten und Geschäftsreisen“ sowie die GfK-Studie über die „Top-CSR-Unternehmen aus Sicht der Kunden“ werden vorgestellt. Doch nicht immer halten Destinationen, Hotels und Pauschalreisen die Versprechungen ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Verträglichkeit ein. „Ist Corporate Social Responsibility ein Etikettenschwindel?“: Dieser Frage geht Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, mit prominenten Podiumsgästen wie TUI-Chef Volker Böttcher und Rolf Pfeifer vom Verband Forum anders Reisen nach.

Am Tag zwei der Messe werden zudem die Herausforderungen der Hotellerie auf dem Hospitality Day erörtert. „Rezepte gegen langweilige Hotels“ stellen Christoph Hoffmann, CEO 25hours Hotel Company, Michael Levie, CEO CitizenM Hotels, und Axel Donald Sauer, Geschäftsführer ProLeisure Business Development, vor. „Der Gast muss im Hotel ein emotionales Aha-Erlebnis mitnehmen, an das er sich auch später noch erinnert“, weiß Axel Donald Sauer. Dies lasse sich durch zwei Arten von Innovationen erzielen: einer modernen, aber unkomplizierten Technik oder durch Lifestyle. Schon mit Dekoration und Bildern lasse sich regionale Geschichte erzählen. Hotelketten gelinge es inzwischen – trotz der eigenen Markenfokussierung – jedes Haus individuell zu gestalten und somit eine Identität zu geben.

Business trifft Backpacker

„Das darf nicht aufgesetzt wirken“, unterstreicht Axel Donald Sauer, der auch in seinen eigenen Häusern innovative Konzepte umsetzt. Eine klare Trennlinie sieht der Experte zwischen High End und Low Budget: „Lifestyle ist im Luxussegment leichter umzusetzen.“

#SEITe# Trotzdem erleben Budget-Hotels einen fortlaufenden Boom. Preiswert-Marken in den USA, Europa und Asien und was noch auf die Branche zukommt – damit beschäftigt sich ein weiteres Podium auf dem Hospitality Day. Gesprächsgäste sind unter anderem Haike Blaauw, Senior Vice President Golden Tulip, Michael Mücke, Geschäftsführer Accor Economy-Marken, und Sascha Gechter, Geschäftsführer Meininger Hotels.

Das vergangene Krisenjahr hat den Budget-Häusern zum Teil sogar Zuwachsraten beschert. „Das Thema Krise ist an uns vorbeigegangen“, unterstreicht denn auch Sascha Gechter, der seine Häuser als klassische Hybrid-Produkte versteht. „Beim Frühstück trifft Business auf Backpacker, was die Atmosphäre belebt.“ Der Geschäftsführer sieht für die Budget-Branche noch Abwerbungspotenziale: „Zum Beispiel bei Pensionen, Gasthäusern und Anbietern in der Peripherie.“ Tendenziell erwartet Sascha Gechter eine Marktsättigung – danach erfolge die strategische Differenzierung nach Lage, Atmosphäre und Zimmerausstattung: „Ortskundige Gäste sind bereit, bei gleichem Preis die bessere Lage zu buchen.“ Der Mikrostandort sei dann entscheidend. Immer noch ein Wachstumssegment in der Hotellerie ist das Thema Wellness: Entsprechend schnell ausgebucht war die „Wellness-Halle“ 16, in der die Aussteller auf ihren Aktionsflächen die Besucher mit Anwendungen verschiedenster Art verwöhnen. Michael Altenwischer, Mitorganisator und Geschäftsführer der Wellness-Hotels Deutschland, prognostiziert fortlaufendes Wachstum für den Branchenzweig – denn: „10 bis 12 Prozent der Bevölkerung zeigt Interesse an Wellness und Spa.“

Entsprechend gewachsen sei das Angebot: „1200 Hotels werben hierzulande mit dem Attribut Wellness – vor 15 Jahren waren es gerade einmal 100 Häuser“, weiß Michael Altenwischer. Doch nur wer eine glaubwürdige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenspolitik betreibt, hat

am Markt langfristige Chancen. Das Thema „Green Spa“ mit regenerativen Energien, umweltfreundlichen Baustoffen und der Anpassung an das Landschaftsbild wird ausführlich im Fachforum Wellness behandelt. „Detoxing“, sprich das Entgiften des Körpers, und der Weg zu einer ausgeglichenen „Work-Life-Balance“ durch spirituelles-sinnvolles Leben sind weitere Schwerpunkte im Wellness-Bereich.

Tipps aus der Praxis

Praxistipps erhalten Besucher der Social Media Lounge in Halle 25: „Wie binde ich meinen Betrieb in Twitter ein oder wie gestalte ich Facebook-Marketing“, nennt Astrid Ehring einige Beispielfragen, auf die Hoteliers eine Antwort erhalten. Die Travel Charme Hotels demonstrieren auf der ITB Berlin, wie man den richtigen Marketing-Weg mit Web 2.0 einschlägt. Auf der Messe ist auch der internationale Dachverband der Schwulen und Lesben (IGLTA) vertreten. Astrid Ehring: „Die Fachbesucher erhalten einen Einblick darüber, was zu beachten ist, um diese kaufkräftige Zielgruppe zu gewinnen.“

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