Branche aktuell
Keine Zukunft für das klassische Hotel
Trendforscher David Bosshart provoziert die Schweizer Hotellerie mit sieben Thesen
BERN. „Das Hotel ist tot.“ Das jedenfalls behauptet Trendforscher David Bosshart und meint damit die klassischen Häuser. Mit insgesamt sieben Thesen will der Chef des Gottlieb-Duttweiler-Instituts die Schweizer Hotellerie aufrütteln. Der Branchenverband hotelleriesuisse hatte die Trendstudie „Die Zukunft der Schweizer Hotellerie“ zu seinem 125-jährigen Bestehen in Auftrag gegeben.
Bosshart richtet seinen Blick weit in die Zukunft. Deshalb hört sich die erste These „Das Hotel ist tot“ äußerst provokativ an. Sie geht vom Aussterben des klassischen Hotels aus. Nur allein mit Essen, Trinken und Schlafen sei der Gast von morgen nicht mehr zufrieden. Das traditionelle Hotel wandele sich zum Service-Center, das seine Gäste mit Wellness, Sport und Unterhaltung versorgt. Diese Dienstleistungen könnten auch externe Firmen für die Hotels übernehmen. Das Institut vergleicht dabei die Hotellerie mit der IT-Branche und deren Aufteilung in Hard- und Software-Produzenten. Für die Hotellerie können daher die Gebote der Zukunft nur lauten: Qualität, persönliche Kontaktpflege und umfassende Konzepte. Ebenso wichtig sind gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter. Bosshart bemängelt vor allem die „Beamtenmentalität“ mancher Schweizer Hotels. Viele Hoteliers hielten an traditionell gewachsenen Strukturen fest. Auch der Wille zu Veränderungen sei zu gering. (Seite 7) sr
