Diese Woche
Köln will Hoteliers besteuern
DEHOGA reagiert mit Unverständnis / Ingrid Hartges: „Abzocke wird sich rächen“
KÖLN. Die Stadt Köln will eine Hotelsteuer erheben. Das hat der Hauptausschuss des Rates mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. Hoteliers sollen künftig 5 Prozent des Übernachtungspreises an die Stadtkasse abführen. Die Steuer soll Mehreinnahmen von 20 Mio. Euro bringen. Die neue Steuer soll Kulturförderabgabe heißen, und ist eine Reaktion der Kölner Ratsmehrheit auf den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Hotel-Übernachtungen. Das Land muss die Abgabe allerdings noch genehmigen.
Der DEHOGA-Landesverband Nordrhein-Westfalen ist verärgert über den Kölner Vorstoß. Sprecher Thorsten Hellweg: „Wir lehnen die Bettensteuer ganz klar ab.“ Es sei nicht richtig, dass ein Konflikt zwischen Land, Bund und Kommunen auf dem Rücken der Hotellerie ausgetragen werde.
Mit Unverständnis reagiert auch der DEHOGA Bundesverband auf das Kölner Ansinnen. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges gegenüber der AHGZ: „Die geplante Hotelabgabe in Köln ist ein schlechter Witz, der dem Ruf der Stadt Köln als offene und gastfreundliche Touristenhochburg nicht gerecht wird.“ Eine solche Abzocke werde sich rächen, betont Hartges. Der Tourismus in Köln stehe für 5,5 Mrd. Euro Umsatz. „Eine Stadt, die diesen Wirtschaftsfaktor infrage stellt, setzt fahrlässig Arbeits- und Ausbildungsplätze aufs Spiel.“ red
