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Gastkolumne

Lebenslanges Lernen als Chance

Von Hans Passian

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/14 vom 7. April 2007

Die konzertierte Aktion der Bundesregierung zur Bildung neuer Ausbildungsplätze hat zwar die Quantität des Angebots im Gastgewerbe erhöht, die Qualität der ausbildenden Betriebe ist jedoch nicht im gleichen Maße gestiegen. Der Zwang für die Ausbildungsbetriebe, einen IHK-qualifizierten Ausbilder zu beschäftigen, ist zudem ausgesetzt worden.

Pressemitteilungen über unzufriedene Auszubildende, die kurz nach Antritt ihres Ausbildungsverhältnisses abgebrochen haben, erwecken den Eindruck, dass nur die Qualität der Ausbildungsbetriebe nachgelassen hätte. Befasst man sich jedoch mit der Tatsache, dass immer mehr verwöhnte junge Leute mit mangelnder sozialer Kompetenz um Ausbildungsplätze buhlen, zeigt sich ein anderes Bild. Dann wird man schnell zu der Überzeugung kommen, dass es in der reizüberfluteten Medienwelt immer schwerer wird, für unsere arbeitsintensive Branche engagierte und zielorientierte junge Menschen zu begeistern. In der Werteskala sind Ordnung, Pünktlichkeit, Sauberkeit und Loyalität nicht mehr oben zu finden.

Gerade der Mittelstand unserer Branche kann durch Neuorientierungen im Ausbildungsspektrum die Chancen zur Qualitätsverbesserung im Berufsumfeld der Auszubildenden nutzen. So können neuere Werte wie Teamfähigkeit, Erwerb von Schlüsselqualifikationen sowie soziale Kompetenz in den Vordergrund gestellt werden, ohne den Dienstleistungsgedanken zu vernachlässigen. Auch mittelständische Unternehmen sollten für ihre Auszubildenden und Angestellten das Angebot zum „lifelong learning“ in Form von Seminaren stärker nutzen, neue Arbeitszeitmodelle anwenden und Rücksicht auf die jeweilige Position der Mitarbeiter nehmen, um sie entsprechend einzusetzen.

Der Geburtenrückgang in Deutschland und die daraus resultierende Abnahme der Auszubildendenzahlen wird in Kürze zu einem verschärften Wettbewerb um Lehrlinge führen. Jeder ausbildungswillige Gastronomiebetrieb muss darauf achten, dass er im Konkurrenzkampf mit Groß- und Kettenhotellerie sein eigenes Profil findet und sich dabei einen Namen im Umfeld der Nachfrager macht.


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