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Die Sehnsucht nach dem Schlaraffenland ist suspekt geworden, hat sie doch Schaden angerichtet

Editorial

Luxus auf dem Index

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/28 vom 9. Juli 2011

Wenn ich von einem späteren Leben im Himmel träume, dann spielt sich immer alles im Ritz ab.“ Das Zitat stammt von Ernest Hemingway und aus einer Zeit, zu der das Luxushotel noch als Inbegriff des Schönen und Guten galt. Doch in Zeiten sich verschärfender sozialer Gegensätze und Kostendisziplin blüht die alte Kritik am Luxushotel wieder auf. Luxus wird oft zum Makel. Hoteliers wie Thomas Althoff sprechen daher lieber von Qualität als von Luxus.

Solche Rückzugsgefechte sind seit 2001 im Schwange, als nämlich die Internet-Blase platzte und damit eine echte Wirtschaftskrise einherging. Schon damals geriet Luxus erneut in Verdacht, political incorrect zu sein.

Mittlerweile hat sich der Luxusbegriff auch gewandelt: hin zu sanften Ingredienzen wie Muße, Selbstbesinnung, Aufmerksamkeit. Tugenden, die das alte Grandhotel immer schon gepflegt hat – neben allem Amüsement, neben aller Verschwendung.

Auch Verschwendung ist mittlerweile ein Reizwort: politisch korrekter ist es, von Großzügigkeit zu sprechen. Ja, die Sehnsucht nach dem Schlaraffenland ist suspekt geworden, hat sie doch Schaden angerichtet, ein Über-die-Verhältnisse-Leben.

All dies wirkt sich auf die Hotellerie aus. Auch wird lieber in Budgethotels investiert. Das scheint wirtschaftlich sinnvoller zu sein, zumindest kurzfristig. Denn Luxushotels produzieren hohe Kosten für die Pacht, das Personal, die Instandhaltung. Hinzu kommen Überkapazitäten, Preiskampf und im internationalen Vergleich niedrige Zimmerraten.

Trotzdem entstehen ständig neue Luxushotels, in Deutschland gibt es 2011 zirka acht Neueröffnungen; darunter das Jumeirah in Frankfurt. In der Stadt der Finanzen wird geklotzt, nicht gekleckert. Das Haus der Dubaier Hotelkette bringt seinen eigenen Markt mit. Zudem verspricht man sich ein gutes Business- und Tagungsgeschäft. Auch wenn es wieder auflebt: Gerade die Abhängigkeit von diesem Geschäft ist die Achillesferse der 5-Sterne-Hotellerie, wie die große Krise gezeigt hat. Der Markt in Frankfurt wird eng (Seiten 24, 2).




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