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Massage und Liebesmenü
Ob Partyvolk oder Gourmet-Novizen: Reizvolle Aktionen bringen neue Gäste / Experimente zu wagen, kann sich für Hoteliers und Gastronomen lohnen
STUTTGART Spezielle Aktionen sind für das Gastgewerbe unverzichtbare Marketing-Instrumente und eine gute Methode, die Experimentierfreude seiner Gäste auszutesten. Diese schätzen zwar meistens den damit verbundenen Preisvorteil. Aber abgesehen davon, gibt es bestimmte Themen, die in Zukunft besonders hitverdächtig sind: Im Zukunftsinstitut von Matthias Horx spricht man von „Healthy Holidays“ und „Eco Tourism“.
Die amerikanische Pop-Diva Janet Jackson hat innerhalb von vier Monaten 27 Kilo, die sie sich für eine Filmrolle anfutterte, wieder abgespeckt. Ob es gut ist, in dieser relativ kurzen Zeit so viel Gewicht zu verlieren, sei dahingestellt. Geholfen hat ihr dabei jedenfalls David Allen. Er bietet in Los Angeles einen Lieferservice für Gourmet-Diätmahlzeiten. Kosten: 40 Dollar am Tag.
Jeden Morgen steht eine Tüte mit fünf leckeren Mahlzeiten vor der Haustür, drei Hauptgerichte, ein Dessert und ein Snack. Auf Wunsch gibt es die Mahlzeiten auch in Bio-Qualität. Gegrilltes Büffelsteak mit Ziegenkäsedressing zum Abendessen, Thaisalat mit Reisnudeln zum Lunch – das klingt lecker und ausgewogen.
Gourmet-Diätküche?
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das macht insbesondere die Unterhaltungsgastronomie vor. Die Zeiten, als man donnerstags die Mädels mit der Aussicht auf ein Freigetränk plus Plüschtier in die Disco locken konnte, sind längst vorbei. Da hatte die „Crazy Summer Party“ im Musikpark Heilbronn schon mehr zu bieten: Gäste in Bikini oder Badehose, Minirock oder Hotpants erhielten 15 Euro Freiverzehr (bei 3 Euro Mindestverzehr), je freizügiger gekleidet, desto weniger musste man an der Bar bezahlen. Weitere Highlights der Nacht: Sonnenmilch-Catchen für Badenixen, Strandmassagen, Schwimmflügel-Blas-Wettbewerb, Trichtertrinken für Hartgesottene, Alkohol aus Spritzpistolen, „Miami Silikon Gogos“, und das war noch nicht alles. Die Partyfotos auf der Internetseite sehen allerdings vergleichsweise züchtig aus. Rund 10.000 Euro lässt sich der Tanztempel die Party kosten. Eine lohnende Investition, so Geschäftsführer Andreas Heimberger.
Die Aktionen seien ein Publikumsmagnet und sorgten für mächtig Mundpropaganda. Er könne sich nicht daran erinnern, in seiner Jugend jemals in einer Disco so eine geballte Ladung Programm erlebt zu haben. „Heute sind die jungen Leute ab einem bestimmten Punkt hemmungslos“, so Heimberger selbst ein wenig erstaunt. Man muss jedoch kein Discobesitzer sein, um die Jugend für sich zu gewinnen. Burkhard Schork vom Restaurant Friedrich von Schiller in Bietigheim-Bissingen bietet jungen Gourmet-Einsteigern ein „U 30-Menü“, um sich die Stammkunden von morgen zu sichern. Zu dem dreigängigen Überraschungsmenü werden zwei korrespondierende Weine, eine Karaffe Wasser und zum guten Schluss noch eine Kaffeespezialität serviert.
für Liebespaare
Kulinarische Angebote brauchten eine gewisse Anlaufzeit, um gut verkauft zu werden, so die Erfahrung von Elisabeth Bürgler, Chefin des Hotels Strasserwirt in Osttirol. Beste Chancen hätten dagegen Aktionen mit Preisvorteil oder Arrangements, die für eine konkrete Zielgruppe interessant sind: zum Beispiel Motorradfahrer, Langläufer, Schitouren-Teilnehmer. Um ihre Angebote publik zu machen, nimmt sie die Dienste der Münchner PR-Agentur Montague & Capulet in Ansprüchen, die aktuelle Angebote regelmäßig an die Presse aussendet.
Gerd Reiner setzt auf Mailings und kündigt Aktionen so an, dass einem schon beim Lesen möglichst das Wasser im Mund zusammenläuft: Zum fünfjährigen Bestehen seines Restaurants in Flein servierte er unter dem Motto „Blüten und Düfte des Sommers“ allerfeinste Leckereien. Für Reiner sind Aktionen dieser Art nicht nur Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen. Ganz abgesehen davon, dass das Jahresprogramm möglichst abwechslungsreich sein sollte, damit man wirklich auch eine neue Klientel erreicht. Es gehe ihm vielmehr darum, neue Rezepte auszuprobieren, Experimente zu wagen und zu testen, wie die neue Kreation vom Gast angenommen werde. Selten habe man sonst Gelegenheit, sich so intensiv mit dem Kunden auseinander zu setzen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die Vorbereitungen seien zwar sehr aufwändig, aber jede Veranstaltung auch ein Stück Mitarbeitermotivation.
www.freshdining.com
www.montague-capulet.com
www.musikpark-heilbronn.de
www.reiners-rosine.de
www.friedrich-von-schiller.com
www.strasserwirt.com
www.zukunftsinstitut.de

