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Mehr Chancen für die Betriebe

Von Cornelia Küsel, Redakteurin

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/15 vom 14. April 2007

Die guten Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft nehmen kein Ende, eine Erfolgsmeldung jagt die andere. Jubelte das Gastgewerbe vor wenigen Wochen nach vier mageren Jahren über endlich wieder gestiegene Umsätze, verkündet die Industrie- und Handelskammer jetzt, dass nach ihrer Umfrage 450.000 neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor entstehen könnten. Allein für das Gastgewerbe rechnet der DEHOGA mit 5000 bis 6000 neuen Stellen.

Doch das ist noch nicht alles: Nach vielen Pleitejahren geht nun auch die Zahl der Insolvenzen in der Branche zurück. Sie sank laut Statistischem Bundesamt immerhin von 3175 im Jahr 2005 auf 2844 im vergangenen Jahr (Seite 14). Angesichts der guten Konjunktur und äußerst günstigen Wirtschaftsprognosen geht der DEHOGA für 2007 von einem weiteren Rückgang aus. Da ist es zwar bedauerlich, dass Wienerwald es wieder nicht geschafft hat und den Gang zum Insolvenzverwalter antreten musste (Seite 1). Aber immerhin gehört die Kette zu einer stetig abnehmenden Zahl von Unternehmen, die wirtschaftlich ins Straucheln geraten sind. Das ist eine erfreuliche Trendumkehr. Schließlich zeigt die Entwicklung, dass immer mehr Betriebe am Markt bestehen können – vorausgesetzt, die Unternehmer kennen sich aus und haben das passende Konzept.

Weniger Anlass zur Freude bietet nach wie vor die Erhöhung der Mehrwertsteuer (Seite 1). Sie hat dem Gastgewerbe in Baden-Württemberg im Januar 2007 einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat von 2,3 Prozent beschert. Ein schwerer Schlag für die Branche. Allerdings einer, von dem sie sich angesichts der guten allgemeinwirtschaftlichen Lage erholen wird – wenngleich ohne Steueranhebung bessere Zahlen und vermutlich noch mehr Arbeitsplätze zu verzeichnen wären.

Doch Aussicht auf eine Rücknahme der Erhöhung besteht nicht. Umso wichtiger ist es jetzt, über eine großangelegte Aktion in Europa für eine Harmonisierung der Steuersätze zu kämpfen. Nur so lässt sich Wettbewerbs- und Chancengleichheit für das deutsche Gastgewerbe erreichen.

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