Landgasthöfe – Was uns bewegt (65)
Mit kleinen Dingen punkten
STUTTGART. Keine Lauflage, aber stadtnah. Die Konkurrenz ums Eck, aber die belebt bekanntlich das Geschäft. Geringeres Firmengeschäft durch die Krise? Da heißt es rausgehen und Klinkenputzen. Auch für Matthias Klotz. Er ist ein Mann der Tat – und der Ideen. Gemeinsam mit Susann Bliesener bewirtschaftet er seit 1988 den Landgasthof Im schönsten Wiesengrund im Feuerbacher Tal am Stadtrand von Stuttgart.
„Ein Landgasthof ist wie eine Modelleisenbahn“, sagt Klotz „Wer kreativ ist, findet immer etwas Neues, um aufzufallen.“ Dafür braucht es nicht immer ein großes Budget, das Wiesengrund-Team versteht es auch, mit Kleinigkeiten Wirkung zu erzielen. Die Tatsache, dass der Landgasthof am Waldrand direkt an einer beliebten Gassi-Strecke liegt, hat Klotz zu einer kleinen Hundekarte inspiriert: Kostenloses Feuerbacher Wasser, das Schälchen Frolic für 0,50 Euro oder 100 Gramm Tafelspitz für 3 Euro.
Für mehr Genusskultur
Überhaupt wird Service im Wiesengrund großgeschrieben: Die Idee für handbeschriftete Porzellanschildchen mit persönlichem Willkommensgruß auf den Tischen hat der 58-jährige Wirt aus dem Hotel Traube Tonbach, die Anregung für den Brillenkasten aus der AHGZ. „Lesebrille vergessen? Kein Problem, wir helfen aus“, sagt der gebürtige Stuttgarter.
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Für Kinder gibt es Malsachen, ein Aquarium zum Gucken und einen Spielplatz zum Toben. Außerdem gehört zu jeder Rechnung ein Schokoherz dazu.
Das Aushängeschild des Landgasthofs ist seine Küche. Auf der Karte: Schwäbische Maultaschen, Filderrostbraten, aber auch Scholle „Finkenwerder Art“ oder Sylter Fischragout – man merkt, dass Küchenchef Michel Schulte-Wilke zuvor auf Wangerooge kochte. Die Preise für die Hauptgerichte reichen von 7,50 bis 25 Euro, der Durchschnittsbon pro Gast liegt bei 25 bis 28 Euro. Wenn möglich, greift das Küchenteam auf regionale Produkte zurück: Der Spargel wird vom Spargelhof Landwürth in Pflugfelden bezogen, die Äpfel sind vom heimischen Obstbauer.


