Branche aktuell
Mitarbeiter verzweifelt gesucht
Der demografische Wandel führt besonders in Ostdeutschland zu einem Mangel an Fachkräften
STUTTGART. Denkt man in Tourismus, Hotellerie und Gastronomie an eine alternde Gesellschaft, dann meist an Best Ager und deren Bedürfnisse. Dabei wirkt sich die veränderte Altersstruktur einige Jahre später auch massiv auf dem Arbeitsmarkt aus. Besonders stark werden die neuen Bundesländer betroffen sein, so das aktuelle Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbands (Seite16).
Wird für Deutschland insgesamt bis 2020 eine etwa gleichbleibende Bevölkerungszahl prognostiziert (-0,5 %), rechnet man für den Osten mit einem Bevölkerungsrückgang um 9 Prozent. Die Zahl der Erwerbspersonen soll nach diesen Schätzungen in Ostdeutschland sogar um 18 Prozent sinken (Deutschland insgesamt -3 %). Verschärft wird das Problem durch eine anhaltend hohe Abwanderung junger Leute aus den neuen Bundesländern. Vor allem gut qualifizierte Arbeitskräfte, besonders Frauen, verlassen diese Regionen gen Westen. Hoteliers und Gastronomen müssten sich deshalb bemühen, gute Mitarbeiter zu gewinnen, aufzubauen und zu halten. Der Einsatz älterer Arbeitskräfte ist dabei ebenso entscheidend wie Anreizsysteme, um junge Leute zurück in den Osten zu locken – etwa über attraktivere Gehälter, Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung. Marina Behre
