Landgasthöfe – Was uns bewegt (84)
Nachwuchsarbeit ist Herzenssache
AITERHOFEN. Die Tradition im eigenen Haus zu pflegen und fortzusetzen, ist für Ludwig Murrer, Hausherr des Landgasthofs Murrer im niederbayerischen Aiterhofen, ein echtes Anliegen. Das hindert ihn jedoch nicht daran, in die Zukunft zu schauen und sich für den Nachwuchs zu engagieren.
Der Landgasthof Murrer ist seit 1895 im Familienbesitz und geht auf eine Landwirtschaft mit GasthofBeherbergungsbetrieb, der einem Schank- oder Speisebetrieb angeschlossen ist.
weiter mit Mausklick... zurück. Vater Ludwig Murrer senior integrierte 1973 ein kleines Hotel mit 13 Doppel- und 13 Einzelzimmern. Heute ist gerade das Hotel von existenzieller Bedeutung für die Familie: Unter der Woche übernachten dort Geschäftsreisende.
Der Betrieb der historischen Wirtsstube verlangt dagegen viel Initiative. „Der normale Bürger geht nicht in unseren Landgasthof“, bedauert Murrer, „die sind auf diversen Festen, dem Wein- und Fischerfest, dem Garten- und Feuerwehrfest.“ Wie oft auf dem Land hat auch der Murrerhof mit der Konkurrenz
weiter mit Mausklick... in Vereins- und Sportheimen zu kämpfen. Die Hauptgäste des Landgasthofs in dem 1700-Einwohner-Dorf sind Zugezogene und Reisegruppen. Zudem konnte Ludwig Murrer mit seinem zusätzlich eingerichteten Gourmetrestaurant Allegro viele Firmen aus dem Umkreis begeistern.
Sein kulinarisches Wissen gibt Ludwig Murrer auch gern weiter. Er war drei Jahre Berufsschullehrer, das füllte ihn auf Dauer jedoch nicht aus. So engagiert er sich seit 2007 als Projektleiter in Niederbayern für die „Europa Miniköche“. Im Rahmen eines Zwei-Jahres-Projekts kommen 21 Kinder regelmäßig in den Landgasthof. Anja und Ludwig Murrer führen sie in Theorie und Praxis an hochwertige Lebensmittel, deren Zubereitung und die Tischkultur heran. „Was man in junge Menschen investiert, macht immer Sinn“, davon ist Anja Murrer überzeugt. Sie kümmert sich um Organisation und Servicethemen, während ihr Mann die Kleinen in die Küchengeheimnisse einweiht.
Auch die Söhne der Murrers, Julian und Leonard, sind bei dem IHK-geprüften Berufsvorbereitungslehrgang schon dabei. Und natürlich ist dieses Engagement WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
weiter mit Mausklick... für den Landgasthof. Durch die Miniköche kommen die Wirtsleute wieder verstärkt in Kontakt mit den Einheimischen. „Man muss sich auf dem Land generell viel einfallen lassen“, sagt Murrer. Der große AufwandDer Einsatz oder die zu erbringende Leistung, um einen bestimmten Nutzen zu erzielen .
weiter mit Mausklick..., den das Paar für die Miniköche betreibt, ist aber vor allem eine Herzenssache.
Auf Qualität einschwören
„Die Begeisterung der Kinder ist für uns die größte Motivation“, betont der 47-Jährige, der es sehr wichtig findet, gerade Kinder und Jugendliche frühzeitig auf Qualität einzuschwören. „Die Lebensmittelindustrie stülpt uns derart viel über, dass der Verbraucher heute eigentlich gar keine Chance mehr hat, das Grundprodukt zu erkennen.“ Karin Gabler

