Editorial
Neue Chance für die Hogatec
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
Messen in Deutschland: ein Wettkampf um Aussteller, Besucher und schwarze Zahlen. Gastronomiemessen in Deutschland: siehe oben. Schon mancher Veranstalter musste Federn lassen: Die Hoga in München konnte sich nicht halten, die Hogaka, später Hogatrends in Karlsruhe ebensowenig. Platzhirsche sind die Internorga in Hamburg und die Intergastra in Stuttgart, in dieser Reihenfolge. Die Hogatec in Düsseldorf war lange Zeit Dritte im Bunde, doch kämpft sie schon seit einigen Jahren um ihre Zukunft. Jetzt wagt sie einen Neubeginn: in Essen.
Veranstalter wird die Messe Essen sein, unterstützt von der Messe Düsseldorf, die ihr Know-how weitergibt. Das ist gut so. Die Düsseldorfer hatten ihrer Hogatec eigentlich selber das Wasser abgegraben: Wichtige andere Messen, auch nahestehende wie die Pro Wein, ließen der Fachmesse nicht genügend Raum: zeitlich, thematisch und von der Fläche her.
Hinzu kam die einseitige Ausrichtung auf Technik nach dem Motto: So viel Technik wie möglich, so wenig Food und Beverage wie nötig. Als dann die großen Brauereien wegblieben, ging es bergab. Denn was ist eine Gastwirtsmesse ohne Bier?
Essen nun bietet eine neue Chance. Dort ist Platz für eine Erweiterung des Angebots bei Getränken, Nahrungs- und Genussmitteln. Auch ein fester Messetermin Anfang September ist für mehrere Jahre garantiert, was in Düsseldorf nicht der Fall war.
In Essen erwartet den Besucher eine Messe der kurzen Wege in städtischer Top-Lage. Auch ist der neue Messeplatz eher für regionale und nationale Messen geeignet als Düsseldorf, wo es internationaler zugeht. Insofern bietet der Wechsel in die zweite Reihe der Messestandorte für die Hogatec eine Reihe von Vorteilen. Sie könnten der ganzen Branche zugute kommen (siehe Seite 1).
