Nicht für die Mülltonne kochen
DEHOGA-Checkliste zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen / Schwerpunkte sind Einkauf, Lagerung, Angebot, Küche und Controlling
BERLIN. Lebensmittel sind zu kostbar, als dass sie einfach als Abfall in die Tonne wandern. Darin sind sich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... Bundesverband einig (AHGZ vom 2. Juni).
Konsens besteht auch darüber, wie dieses drängende Thema angegangen werden soll. Mit einer eigens entwickelten Checkliste zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen will DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges die Branche mit mehr als 230.000 Betrieben und rund 1,2 Mio. Beschäftigten sensibilisieren und praktische Hilfestellung an die Hand geben. Die Checkliste ist ab sofort auf der Website des Verbandes als Download hinterlegt.
Wer Wunderdinge erwartet, sollte nicht enttäuscht sein. In kompakter Form ist in der Handlungsanweisung all das gelistet, was auf Wirtschaftlichkeit achtende Gastronomen und Hoteliers ohnedies beachten. Etwa von Lieferanten variable Abnahmemengen einfordern, flexible Lieferzeiten vereinbaren und regionalen Produkten den Vorzug geben.
Den Köchen kommt im Bemühen um eine Vermeidung von Lebensmittelabfällen eine zentrale Rolle zu. Für sie gilt stärker noch als bisher: bedarfsgerechter Einkauf und genaue Kalkulation der Lebensmittelmengen bei der Speisenplanung.
Mit eingebunden in den Prozess der Abfallvermeidung werden indirekt auch die Gäste. Ihnen sollen auf der Speisekarte verstärkt unterschiedliche Portionsgrößen angeboten werden. Und auch das in den USA durchaus übliche „Doggy Bag“ soll in Deutschland heimisch werden. Dem Gast soll das Angebot zur Mitnahme nicht verzehrter Lebensmittel offeriert werden.
Laut einer Studie der Universität Stuttgart landen jährlich rund 11 Mio. Tonnen Lebensmittel auf dem Müll, 17 Prozent davon von Großverbrauchern. uju


