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Arbeitsteilung: Hans-Jürgen Pingel ist der Küchenchef, seine Frau Karin managt den Logisbereich

Herbert Schwittay

Landgasthöfe – Was uns bewegt (86)

Nur der Nachwuchs macht Sorgen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/44 vom 30. Oktober 2010
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GÖHREN-LEBBIN. So spielt das Leben: Vor elf Jahren klopfte bei Hans-Jürgen Pingel eine Frau an die Tür und bewarb sich um eine Stelle im Hotel. Heute ist die Frau seine Gattin und beide führen ihren Landgasthof Zur Schmiede gemeinsam. Die charmanten Inhaber sind immer bodenständig geblieben, haben Solidität mit hohem Engagement gepaart und ein Unternehmen aufgebaut, das mit seinem rustikalen Flair so richtig in diesen Winkel Mecklenburg-Vorpommerns passt. Aber nicht nur das: Von Ex-Bundesarbeitsminister Franz Müntefering erhielt die Schmiede die Auszeichnung „Unternehmen mit Weitblick“.

Hans-Jürgen Pingel ist gelernter Koch und Konditor. Früher wollte er einmal zur See fahren und dort als Smutje arbeiten. Doch dazu kam es nie. Vor dem Einzug in die Schmiede betrieb Pingel ein kleines Café im nahen Malchow, seine Frau leitete in Kühlungsborn ein Betriebsferienheim.

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als 3-Sterne-superior-Haus klassifiziert. „Mehr wollten wir nie haben. Das würde zu einem Landgasthof einfach nicht passen“, erläutert der Inhaber. 20 Zimmer umfasst das Anwesen, zu dem auch ein Gästehaus gehört. Das Doppelzimmer kostet in der Saison 75 Euro. Ein Außenbereich mit 60 Plätzen ergänzt das Angebot.

Die Aufgaben teilen sich Karin und Hans-Jürgen Pingel. „Die Küche ist immer noch mein Reich“, so der Chef des Hauses, der sich auf sein kleines Team verlassen kann. Im Gespräch gesteht er aber auch, „sehr oft der Hausmeister mit Kochkenntnissen zu sein“. Den Hotelbereich betreut seine Frau. Obwohl ohne Internet nichts mehr geht, bedauert Karin Pingel, „dass durch Online-Buchungen der persönliche Kontakt verloren geht”.

Zwei Drittel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet die Schmiede im F&B-Bereich. Im rustikal gestalteten Restaurant Smädstuv mit offenem Schmiedefeuer genießt der Gast die „Mecklenburger Kucherie“. Diese und der Service wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

Die beiden Gastgeber sorgen im Haus für eine familiäre Atmosphäre, setzen auf Teamarbeit. Dazu gehört, dass auch außerhalb der Saison die Arbeitsplätze sicher sind. Sorgen bereitet Hans-Jürgen Pingel der Nachwuchs. Zwar hat er im Laufe der Jahre bereits 135 junge Menschen ausgebildet, doch 2010 wird keine Lehrstelle besetzt. „Wir wollten schon, aber die Jugendlichen bringen einfach zu schlechte Voraussetzungen mit“, so Pingel. Dank Mehrwertsteuersenkung stockten die Eheleute das Mitarbeiterteam um eine Person auf jetzt 12 Personen auf. Und sie konnten eine fünfstellige Summe in verschiedene Teile der Schmiede investieren.

Obwohl 58 und 60 Jahre alt – mit dem Wort Ruhestand und Rente können Karin und Hans-Jürgen Pingel (noch) nichts anfangen. „Wir haben nicht die Absicht demnächst aufzuhören. Wir wollen möglichst lange Gastgeber bleiben“, sagen beide unisono. Sollte die Nachfolge dennoch akut werden, wünscht sich das Paar, dass sich aus dem Mitarbeiterstamm jemand für die Schmiede interessiert. Als Anreiz dazu hat das Wirtepaar schon einmal an eine Umsatzbeteiligung für das Team gedacht. Herbert Schwittay




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