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Hotelier in zweiter Generation: Thorsten Hofmann Foto: Armin Leberzammer

Erfolgreiche Hotellerie Die Kleineren (20)

Ohne Mantel ab ins Nachtleben

Das Hotel am Jakobsmarkt liegt mitten in der Nürnberger Altstadt. Das schätzen Geschäftsreisende und Touristen. Inhaber Thorsten Hofmann kennt alle Gäste mit Namen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/12 vom 22. März 2008
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NÜRNBERG. Es mangelte nicht an mahnenden Stimmen, die davor warnten am Rande des Rotlichtviertels ein Hotel zu bauen. Gut 25 Jahre sind seitdem vergangen. Doch bereut haben Wilhelm Hofmann und sein Sohn Thorsten die Entscheidung nicht.

„Manche unserer Stammgäste haben das Rotlichtmilieu erst nach vielen Jahren überhaupt bemerkt“, erzählt Thorsten Hofmann. Der 30-Jährige hat vor sieben Jahren die Geschäftsleitung von seinem Vater übernommen, „dabei hat es mich eigentlich nie ins Hotelfach gezogen“. Obwohl der Urgroßvater und der Großvater schon Gastronomen gewesen waren und in Franken eine Brauerei betrieben.

Thorsten Hofmann lernte Speditionskaufmann, bevor er 2001 ins väterliche Hotel am Jakobsmarkt einstieg. Er hat sich trotz anfänglicher Selbstzweifel als Chef behauptet. „‚Chef – dieses Wort wollte ich am Anfang gar nicht hören. Ich war ja mit 23 Jahren fast der Jüngste hier“, erinnert er sich.

Mit Gespür für ein gutes Betriebsklima und Lernfähigkeit hat er seinen Teil dazu beigetragen, dass das Hotel wirtschaftlich gut dasteht. 62 Prozent Auslastung verzeichnete es im vergangenen Jahr. Nur 2006, zur Fußball-WM, war das Ergebnis noch besser.

Freundlichkeit und ein persönlicher Bezug zu den Gästen sind für Hofmann der Schlüssel zum Erfolg. „Wir kennen fast alle beim Namen, das kann ein großes Haus einfach nicht leisten.“ Außerdem bietet das Hotel am Jakobsmarkt „das unbezahlbare Ambiente der Nürnberger Altstadt“: Der kostenlose Parkplatz des Hotels ist nicht nur von jahrhundertealten Fachwerkhäusern umgeben, in zwei davon befinden sich obendrein noch zusätzliche Hotelzimmer und Apartments. Gerade bei amerikanischen Touristen kommen die verwinkelten Räume mit den schiefen Holztreppen gut an. Die Gäste müssten keinesfalls auf Service verzichten, versichert Hofmann. Auf Wunsch bringe man das Frühstück aufs Zimmer. Standards wie Minibar, Fernseher und Telefon stehen ebenfalls zur Verfügung.

Investition in größere Zimmer

Derzeit hat das Hotel am Jakobsmarkt 72 Zimmer. Vor einem Jahr waren es noch 77, bald werden es 67 Zimmer sein. Die Räume werden renoviert und aus einigen kleinen Einzel- werden großzügigere Doppelzimmer. Rund 500.000 Euro werde die Investition am Ende kosten, schätzt Thorsten Hofmann. Es lohne sich und binde die Stammgäste ans Haus. Neben Geschäftsreisenden, die zu den Messen nach Nürnberg kommen, profitiert Hofmann von Touristen, die in erster Linie aus Deutschland, Italien, Großbritannien und den USA kommen. Sie schätzen die zentrale Lage in der Altstadt und die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

Auf ein Restaurant verzichtet Hofmann bewusst. Denn gleich in der Nähe gebe es japanische, mediterrane und italienische Lokale sowie Bratwürstl. Um auszugehen, müssten die Gäste nicht einmal ihre Mäntel anziehen. (Seite 8) Armin Leberzammer

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