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Ostern ist ein Umsatzbringer

Betriebe in Ausflugs- und Urlaubsregionen profitieren besonders / Auch klassische Städtereiseziele sind schon gut gebucht

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007

STUTTGART. Ostern steht vor der Tür. Für viele Gastronomen und Hoteliers ein wichtiger Umsatzbringer, der in der Jahresplanung einen festen Platz einnimmt. Insbesondere ländliche Ausflugs- und Urlaubsregionen profitieren vom Ostergeschäft, aber auch klassische Städtereiseziele wie etwa Berlin.

Zufrieden ist Arthur Hahn, Patron im Hotel Deidesheimer Hof in Deidesheim: „Das Ostergeschäft ist für uns sehr wichtig. Im Gourmetrestaurant Schwarzer Hahn sind wir längst ausgebucht.“ Und wenn das Wetter an der Weinstraße mitspielt, weiß Hahn aus Erfahrung, „ist auch die Terrasse brechend voll“. Auch für Jochen Ziller, Gräfliches Park Hotel & Spa in Bad Driburg, ist Ostern „ein starkes Thema“. Der Osterbrunch am Sonntag sei komplett ausgebucht und die Reservierungslage im Hotel äußerst zufriedenstellend.

Ein Instrument, um das Ostergeschäft anzukurbeln, sind einfallsreiche Arrangements und eigens kreierte Oster- oder Frühlingsmenüs, wie sie in vielen Restaurants und Gasthäusern genannt werden. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der aktuellen Umfrage von ahgz.de haben Oster-Aktionen im Programm. So wie Harald Rüssel im Landhaus St. Urban in Naurath/Wald. Er hält für seine Gäste „kleine frühlingshafte Arrangements mit ländlich-regionaler Note“ bereit. Den Gästen scheint es zu gefallen. Im Restaurant des ehemaligen Jeunes-Restaurateurs-Vorsitzenden ist an beiden Osterfeiertagen kein Tisch mehr frei. Und wo andere über Kurzfristigkeit klagen, konstatiert Rüssel: „Die Tischbestellungen fingen schon sehr früh an.“ Und die Buchungen für die Zimmer des Landhauses hätten sich „trefflich angelassen“. Auch bei schlechtem Osterwetter sei sein Haus „traditionell gut frequentiert“.

Das Wetter, jedenfalls die Konsequenzen daraus, spielt in den Bergen eine große Rolle. Jetzt liegt Schnee – und die Gäste spekulieren darauf, dass dies bis zu den Feiertagen so bleibt.

In Oberstdorf, vom Schneemangel in diesem Winter gebeutelt, sieht man dem Ostergeschäft sehr optimistisch entgegen. Thomas Klein, Leiter der EDV-Abteilung des Gästeamtes, das alle Internet-Buchungen erfasst, meint dazu: „Wir haben genügend Vorausbuchungen.“ Das liege einerseits an den alljährlichen „Osterspielen“, andererseits an der für diese Jahreszeit ausgezeichneten Schneelage. Geradezu euphorisch kommentiert Jürnjakob Reisigl von den Hotels Mohren und Oberstdorf das zu erwartende Ostergeschäft: „Die Buchungssituation ist hervorragend. Manche unserer typischen Wintergäste haben ihren Skiurlaub in der Hoffnung auf bessere Schneeverhältnisse auf die Osterzeit verschoben.“ Im 5-Sterne-Parkhotel Frank sieht man das auch so – von Karfreitag bis Ostersonntag ist das Haus voll. Ein „sehr gutes Geschäft“ über Ostern prophezeit Stefanie Kuhn von der Verkaufsabteilung.

Hoch im Norden hat Peter Tollfgreve immer ein gutes Ostergeschäft. Denn der Rasen auf seinem Golfplatz in Hohen Wieschendorf in der Nähe des Ostseebades Boltenhagen ist dank der klimatischen Verhältnisse schneller grün und bespielbar als andere. Das lockt die Golfer aus Hamburg, Bremen und Hannover ins Golfhotel. „Die 128 Betten sind zu etwa 70 Prozent ausgebucht“, berichtet der Hotelier erfreut. Klassische Städtereiseziele sind ebenfalls beliebte Osterdestinationen. Laut Klaus-Dieter Richter,Vizepräsident des HoGa-Berlin, profitiert die Hauptstadt auf jeden Fall vom Ostertourismus. „Solche Feiertage sind wichtig“, sagt der Gastronom. Sein Betrieb, das Restaurant Kolk in Spandau, bietet Lammgerichte an und ist gut gebucht – auch von Touristengruppen aus den Innenstadthotels.

Es gibt aber auch Gastronomen und Hoteliers, für die Ostern kein besonderes Geschäft ist. Etwa in Städten, die keine Ausflugsziele sind: Wolfgang Schmitz vom „Jägerhaus“ in Wuppertal weiß: „Ostern ist mit Weihnachten nicht zu vergleichen. Ausgebucht sind wir nicht.“ Im vergangenen Jahr sei das Geschäft gut gelaufen, weil das Wetter schlecht war. „Bei gutem Wetter fahren die Leute lieber weiter weg.“ Ähnlich sieht das der Saarbrücker Gastronom Klaus Erfort: „Das Ostergeschäft spielt in unserer Jahresplanung keine allzu große Rolle.“ hz/red

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Uwe Rott, Köln
Uwe Rott, Köln

06.08.2007 um 15:16

Betreff: Kommentar zum Artikel

Klingt zwar toll, doch ich als Kunde muß feststellen, daß kaum ein Hotel bereits darauf vorbereitet ist. Die Zimmerreservierung via Internat ist schier unmöglich, obwohl Ostern im kommenden Jahr sehr früh liegt. Der Eine hat es nicht bemerkt, der Andere kann die Preise nicht kalkulieren. Andere Einrichtungen, wie Theater z.B. sind der Hotellerie um Längen voraus.