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Zur Individualisierung gehört Persönlichkeit. Eine Absage an den Hoteldirektor als Systemsoldaten

Editorial

Persönlichkeit ist alles

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/27 vom 2. Juli 2011

Wie lassen sich Ferienhotels profitabel führen? Sie müssen schon besondere Anreize bieten, um den Gast anzulocken. Genauer: Sie müssen etwas bieten, das in der Ferienregion unter Umständen gar nicht vorhanden ist: Shopping-Erlebnisse, eine besondere Architektur, ein spezielles Design, nützliche Dinge eben, Dinge die der Urlauber darüber hinaus in einem normalen Stadthotel nicht bekommt.

Das gute Stadthotel wiederum hat einen Vorteil: Es hat genug Attraktionen im Haus und um sein Haus herum. Es muss nicht so viel „Content generieren“, wie Dietmar Müller-Elmau jüngst beim Deutschen Hotelimmobilien-Kongress feststellte.

Der Herr von Schloss Elmau träumt von einem Ferienhotel in der Stadt, von einem Hotel, in dem der Gast inspiriert wird. In dem der Gast überrascht wird. In dem eine Geschichte erzählt wird. Und das geht nur durch Individualisierung. Müller-Elmau schwärmte vom Soho House in Berlin, der Club samt Restaurant, Hotel und Fitnesscenter ist – und eine höhere Durchschnittsrate erziele als das Adlon: durch Überraschungen, durch Sinnlichkeit, kommunikative Räume, durch die Story von den Schönen und Reichen, selbst wenn sie nicht immer zutreffe. Und, dies sei ergänzt: durch Exklusivität. For members only.

Zur Individualisierung gehört Persönlichkeit. Ihr müsse Raum gegeben werden, forderte Müller-Elmau: eine Absage an den Hotelier als Systemsoldaten, als austauschbaren Manager. Viele Privathotels sind ja erst erfolgreich durch die starken Charaktere an der Spitze. Das funktioniert besonders gut, wenn Betreiber und Eigentümer identisch sind. Das muss aber nicht so sein. Auch Kettenhotels leben von Persönlichkeiten, man denke nur an all jene, die von der AHGZ als Hotelier des Jahres ausgezeichnet worden sind (Seite 3).




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