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Konzepte

Authentisch: Das Münchner Restaurant XII Apostel tischt echte neapolitanische Holzofenpizza in eleganten Räumen auf Fotos: Karin Gabler

Konzepte: XII Apostel in München

Pizza unter italienischen Fresken

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/23 vom 4. Juni 2011
von  

MÜNCHEN. Im 18. Jahrhundert haben sich zwölf Händler regelmäßig in Verona getroffen, um bei Valpolicello und guter Hausmannskost ihre Geschäfte abzuwickeln. Scherzhaft zwölf Apostel genannt, erschienen die Namenspatronen damit genau richtig für ein Unternehmen, das sich die klassisch italienische Küche als gastronomisches Konzept gewählt hat. Den Start des eleganten Systems machte ein Restaurant in Berlin 1994, es folgten Betriebe in Köln, Hannover und auf Mallorca. Seit März hat auch München ein XII-Apostel-Restaurant und jetzt sogar das russische St. Petersburg. Hinter dem Konzept steht die MRR Gaststättengesellschaft mbH aus Köln, in München vertreten durch die Tochter LC Gaststättenbetriebsgesellschaft.
 
An sich ist ein Pizza-Lokal ja nichts Außergewöhnliches. Und schon gar nicht in München, der „nördlichsten Stadt Italiens“. Es muss also mehr als nur die Liebe zu den leckeren Fladen sein, die es in ihrer Urform schon in vorchristlichen Zeiten gab und von daher durchaus eine Verbindung zu den Jüngern Jesu erlauben würde. Was also ist das Erfolgsrezept?
 
Offensichtlich beruht der Erfolg der XII Apostel auf drei Eckpfeilern. Erstens: Die Auswahl der Objekte in gehobenen City-Vierteln inklusive einer stilvollen Gestaltung.

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Zweitens: Echte neapolitanischen Pizza aus dem holzbefeuerten Steinofen. Und drittens: Der Gedanke, eine „Familia“ zu sein, bei der jeder Mitarbeiter und jedes zusätzliche Restaurant eine Rolle fürs Ganze spielen.
 
Das neue Restaurant in München ist ein gutes Beispiel für diese drei Faktoren. In erster Lage am Thierschplatz im neuen Bürokomplex Lehel Carré, nutzte man die zweigeschossige Fläche, um ebenerdig einen hohen Raum zu schaffen, der ein wenig an einen italienischen Palazzo erinnert. Ergänzt wird der Raum noch durch eine schicke Galeria rundherum, auf der man ebenfalls speisen, aber auch entspannt an der riesigen Bartheke Platz nehmen kann. Dahinter sind im Innenhof noch rund 70 Plätze für das Outdoorgeschäft. Im Sommer sind sie ein Magnet für die Angestellten des modernen Bürogebäudes und der vielen Büros, Banken und Anwaltskanzleien in der Umgebung. Als Hingucker erweist sich die Innengestaltung: Tiefrote Samtvorhänge an den hohen Fenstern, handgeschnitzte Deckenbalken und Stuck, große Spiegelflächen, Marmorboden aus Verona, imposante Kronleuchter und Freskenmalereien an der Decke. Man hat tatsächlich italienische Künstler bestellt, die wie einst Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle auf dem Rücken lagen und gemalt haben, erzählt Rekha Neumann, die sich nicht als Betriebsleiterin sondern bescheiden als „Mädchen für alles“ versteht.
  Pizzas nach Aposteln benannt
 
Kulinarisch spielen natürlich die Pizzen eine Hauptrolle, die konsequenterweise nach den zwölf Aposteln benannt sind. Matteo stellt die einfache Version mit Tomate, Mozzarella und Basilikum dar, Simon kommt mit Salami, Zucchini und Schafskäse daher, Petrus mit Lachs und Thaddeus mit Scampi. Darüber hinaus werden Spezialitäten wie etwa die Pizza Burrata geboten, mit dem besonderen Mozzarella mit sahniger Cremefüllung. Auch eine Riesenpizza für Drei und eine Kinderpizza stehen auf der Karte sowie Pasta, Carne & Pesce. Vom Start weg vor allem in der Nachbarschaft beliebt ist der täglich wechselnde Mittagstisch und das Frühstücksangebot ab 7 Uhr morgens. Zudem können die Kunden sich im Backshop krosse Panini und Coffee-to-go mitnehmen. Eine originelle Aktion ist das Pizza & Pasta-Roulette: Für 11,90 Euro pro Person dürfen die Gäste essen so viel sie möchten, allerdings wissen sie – wie beim Roulette – nie, was ihnen gerade „vorbestimmt“ ist. Mal ist es ein Stück Pizza, mal eine Pasta, dann wieder Pizza …
  Gemischte Zielgruppe
 
Die Zielgruppe des XII Apostel ist groß und ein wenig von der Tageszeit abhängig. „Sie ist bunt gemischt“, sagt die gelernte Hotelfachfrau Rekha Neumann. Kinder und Gymnasiasten kommen, ältere Ehepaare, Manager und Anwälte. Um den breiten Kunden-Kreis zu pflegen, setzt das Unternehmen auf einen regelmäßig aktualisierten Internetauftritt, E-Mails und Facebook. Klares Ziel ist es, weiter zu expandieren. Dabei will La Familia ihre Philosophie der Gastlichkeit mit Hotels ergänzen. Das XII Apostel Hotel Albergo in Köln, direkt neben dem Restaurant, ist das erste – möglicherweise nicht das letzte. Karin Gabler


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