Rauchverbot belastet die Kleinen
Studie in Bayern: Kneipen und kleine Gaststätten verzeichnen Umsatzrückgänge
MÜNCHEN. Zwei Drittel der bayerischen Kleingastronomen verzeichnet seit dem Inkrafttreten des absoluten Rauchverbots vor einem Jahr Umsatzrückgänge. Der UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
weiter mit Mausklick... bei ihnen ist im Durchschnitt um etwa 30 Prozent gesunken. Das zeigt eine Studie, die das Münchner Institut für Marktforschung (MIFM) erstellt hat.
Grundlage der Studie sind 410 Interviews mit Betreibern von Lokalen, die unter dem Begriff Kleingastronomie eingeordnet werden. Dazu gehören die Segmente Bar/Lounge, Bistro, Coffee Shop, Disco/Club, Gaststätte und Kneipe. Auftraggeber der Untersuchung waren der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... Bayern, der Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) und Bürger für Freiheit und Toleranz e.V. (BFT).
Laut der Studie hat rund ein Drittel der betroffenen Kleingastronomen schon einmal darüber nachgedacht, den eigenen Betrieb zu schließen. „Wir sehen in den Ergebnissen eine Bestätigung, dass mit dem bayerischen Rauchverbot eine falsche Wirkung erzielt wurde“, sagt Bodo Meinsen, Vorsitzender BFT. „Hier wurde auf dem Rücken der Kleingastronomie eine Strategie umgesetzt, die eigentlich andere Ziele verfolgt.“ Die Politik täte gut daran, das Gesetz noch einmal auf den Prüfstand zu heben, so Meinsen.
Angela Inselkammer, Vizepräsidentin des DEHOGA Bayern, gibt zu bedenken, dass das Wirtshaussterben in Bayern durch das Rauchverbot noch verschärft werden könne. Bereits jetzt haben mehr als 500 Gemeinden in Bayern keine gastronomische Einrichtung mehr. Das bleibt nicht ohne Folgen: „Mit Kneipen und Wirtshäusern verschwinden Einrichtungen mit hohem sozialem und kulturellem Stellenwert aus Städten und Gemeinden“, so Inselkammer. „Sie besitzen eine wichtige Funktion als inner- und zwischenörtliches Kommunikationszentrum.“
Inselkammer weist jedoch darauf hin, dass nicht alle Mitgliedsbetriebe des DEHOGA Bayern unter dem absoluten Rauchverbot leiden. Viele Lokale und Hotels könnten gut mit dem neuen Gesetz leben. (Seite 2) rk