Branche aktuell
Scandic für Kuba-Delegation tabu
US-Boykott: Kubanische Gäste in offizieller Mission sind in Hilton-Hotels unerwünscht
OSLO. Das Scandic Hotel Ederkoppen in der norwegischen Hauptstadt Oslo hat einer offiziellen Touristik-Delegation aus Kuba die Übernachtung verwehrt. Seit fünf Jahren logierte die Gruppe aus der Karibik anlässlich einer Tourismusmesse in dem Haus. Seit knapp einem Jahr gehört das Hotel zum Hilton-Konzern. Jetzt gelten US-Regeln. Und dazu gehört der Handelsboykott der USA gegen Kuba.
Hilton-Sprecherin Daniela Heusel gegenüber der AHGZ: „Als US-Gesellschaft sind wir verpflichtet, dem Handelsboykott zu folgen. Wir prüfen allerdings gerade, welches Recht in solchen Fällen außerhalb der USA gilt.“ Heusel stellt aber klar, dass Privatpersonen aus Kuba nicht betroffen seien: „Herr und Frau Sanchez können in einem Hilton-Hotel übernachten, wenn sie wollen. Die Boykott-Regelung gilt nur für offizielle Delegationen.“
In Norwegen folgte der Protest auf dem Fuß: Raymond Johannson, Staatsekretär im Außenministerium, findet das Vorgehen „völlig unakzeptabel“. Der Gewerkschafts-Dachverband LO hat inzwischen mit einem Boykott der Hotelkette gedroht.
Der Verband veranstaltet zahlreiche Konferenzen in den Häusern der Scandic-Gruppe. Es drohen Einnahmeverluste in Millionenhöhe. In Schweden wollen Häuser der Hilton-Gruppe ebenfalls keine kubanischen Delegationen aufnehmen. In dänischen Hilton-Hotels dürfen Kubaner weiterhin übernachten. red
