Konzepte: Allvitalis Traumhotel, Karlsruhe
Schlafen wie Kaiser und Froschkönig
KARLSRUHE. Ein halbrunder Glasturm, daneben ein Mosaik aus Farben, Materialien, Formen und Gesichtern. Die Innenhoffassade des Allvitalis Traumhotels ist ein Hingucker. Hundertwasser oder Dalí mögen einem durch den Kopf schießen, wenn man davor steht und nicht weiß, wo man zuerst hingucken soll. „Ich hab es lieber bunt als dunkelbunt und langweilig“, sagt Siegfried Weber, Eigentümer und Betreiber der AAAA Hotelwelt Kübler. Der kreative Kopf hat in zentraler Lage ein Szenario geschaffen, das seinesgleichen sucht: AAAA – anders als alle anderen.
Ausgehend von dem Stammhaus, dem Hotel Kübler, das 1953 als PensionBeherbergungsbetrieb, der sich durch ein eingeschränktes Dienstleistungsangebot von einem Hotel unterscheidet.
weiter mit Mausklick... eröffnet wurde, entwickelte Weber die Hotelanlage seit Anfang der 80er Jahre stetig weiter. Heute erstreckt sie sich auf 5000 Quadratmetern und zählt etwa 200 Zimmer. Zu dem Gebäude-KomplexMehrere Gastronomie- und/oder Beherbergungsbetriebe, die zu operativen Einheiten unter meist einer Leitung zusammengefasst wurden .
weiter mit Mausklick... gehören außer dem Traumhotel und dem Hotel Kübler auch das Businesshotel Villa am Park, die Kompaktzimmer Kübler Stars, die Hausbrauerei Badisch Brauhaus und die Allvitalis Cocktailbar.
Für jeden Geldbeutel etwas
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Die verschiedenen Ableger bedienen dabei die unterschiedlichsten Gästegruppen. „Wir machen hier den wahnwitzigen Spagat zwischen ganz groß und ganz klein“, sagt Weber. Den Design-Premium-Bereich deckt das Traumhotel mit seinen etwa 20 Themenzimmern auf 4-Sterne-Niveau ab.
Sich abzuheben ist dem Patron wichtig. Als er Mitte der 90er Jahre anfing, seine Vision vom Traumhotel zu verwirklichen, schuf er ein exklusives Angebot, das außer Konkurrenz
weiter mit Mausklick... der Konzernhotels steht. Mit dem Iglu- oder Afrikazimmer setzte er deren Strategie, mit Standard-Zimmern „all over the world“ jedermanns Darling zu werden, einen Kontrapunkt. „Wenn jemand auf rustikal steht wie in der Höhle, oder auf schwülstig ausdekoriert, wie im Kaiserzimmer, und er findet es hier, wird er nicht mehr zum Mittelmaß gehen“, sagt Weber selbstbewusst.
Das Traumhotel wuchs und wächst noch immer mit den Ansprüchen der Gäste. Denn entgegen Webers Erwartung wählen diese nicht immer wieder ihr Lieblingszimmer, sondern wollen stets neue Themenzimmer entdecken. Das brachte den Bastler in Zugzwang: „Die Gäste haben uns dazu motiviert, die Zimmer immer extremer zu gestalten“, sagt er. Zu den harmloseren Varianten, wie den Themenzimmern Leuchtturm, Sonnenschein und Bella Italia sind ausgefallene Unterkünfte wie die Höhlensuite, das Kaiserzimmer, das Mystikzimmer und das Kerkerzimmer hinzugekommen. Diese fallen auf durch ihre Raumkonzeption, die Materialien und Requisiten, Interaktionsmöglichkeiten und Effekte.
Wer die Höhlensuite bucht, nächtigt in einem unterirdischen Bau im Garten. Drinnen findet man eine freistehende Badewanne in Holzzuber-Optik, ein separates WC, eine Erlebnisdusche, eine beheizte Steinbank und ein Holzbett mit Sternenkuppel. Der Clou für Paare, die etwas Pep in ihr Liebesleben bringen wollen: Das Bettende lässt sich als Pranger nutzen. Rund 250 Euro muss man für eine Nacht in dem Liebesnest bezahlen. „Themenzimmer zu bauen, ist die Kür“, sagt Weber, der von Anfang an selbst Hand angelegt und „sich eine Unabhängigkeit erbaggert hat, um die uns viele beneiden“.
Nicht alle mögen es
Der AufwandDer Einsatz oder die zu erbringende Leistung, um einen bestimmten Nutzen zu erzielen .
weiter mit Mausklick..., ein Themenzimmer zu errichten, sei etwa zwanzig Mal so hoch wie bei einem normalen Zimmer. Webers Ideenreichtum beschäftige bis heute täglich rund 30 Handwerker. „Nüchtern hochgerechnet wird das nicht so schnell wirtschaftlich“, sagt er. Zufrieden ist er dennoch. Die Auslastung liege, verglichen mit anderen Karlsruher Hotels, im durchschnittlichen Bereich.
Bei den Gästen stößt Webers Konzept auf Begeisterung und Empörung gleichermaßen: „Das Ganze polarisiert sehr stark“, sagt er. Weber empfängt hauptsächlich Geschäftsreisende, aber auch Busgruppen. Einige Gäste hätten falsche Erwartungen. Schlafen in der Höhle, das sei für manchen schon „too much“. Jeder Gast sei geprägt von seinen Reiseerfahrungen. „Die Schwierigkeit besteht darin, den Gast dort abzuholen, wo er gerade steht“, so der Hotelkaufmann. Er hat noch viel vor. In seinem Baubüro liegen die Pläne der nächsten Projekte aus. Darunter ein Zimmer auf der Dachlandschaft, das nahtlos ins Grüne übergeht. „Tür auf, und man steht neben dem Tipizelt“, skizziert er seine Idee.




