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Schönes Wohnen motiviert

Besonders Hotels in abgelegenen Regionen halten Unterkünfte für Mitarbeiter bereit / Viele bieten Übergangslösungen an

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/12 vom 24. März 2007
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STUTTGART. „Mitarbeiter sind so wichtig wie Gäste“, weiß Ole Hartje, Direktor im Lindner Grand Hotel Beau Rivage, Interlaken. Letztendlich ist das Wohlbefinden der Mitarbeiter ein Schlüssel für ihre Motivation. Das gilt für jedes Haus, vom Luxushotel am See bis zum kleinen, privat geführten Stadthotel.

Nun besteht für keinen Hotelier eine Unterbringungspflicht für seine Angestellten. Aber immer mehr von ihnen erkennen, dass sie sich diesem Thema nicht generell verschließen dürfen. Zudem wird es immer schwieriger, gute Fachkräfte zu finden – und zu halten! Eine Umfrage zeigt, dass der Service den eigenen Angestellten gegenüber steigt, je weiter eine Destination von großen Städten oder Ballungsgebieten entfernt ist.

Hotelunternehmen wie The Ritz Carlton Company oder Accor haben keine einheitlichen Regelungen für alle Standorte, sondern verschiedene Varianten. Sie reichen von Unterstützung bei der Zimmersuche bis hin zum eigenen Personalhaus. Laut Marion Schumacher, Regional Director of PR für die The Ritz Carlton Company, wird das vor allem auf oberster Managementebene individuell geregelt. Und so wie innerhalb Deutschlands müssen sich auch weltweit agierende Gruppen den jeweiligen Landesbedingungen anpassen. „Vor allem, weil sich selbst an großen Standorten der Mietmarkt verändert hat und heute fast für jeden Geldbeutel eine Möglichkeit bietet“, ergänzt Marc Schnerr, Direktor der Accor Unternehmenskommunikation. Das bestätigt Gitta Brückmann, Vice President Sales & Marketing Continental Europe Marriott International: „Die Mitarbeiterunterbringung ist von Markt zu Markt unterschiedlich und sehr abhängig von Stadt und Land. In wenigen Fällen werden noch Personalwohnungen angeboten.

Idealer Einstieg

Die meisten Mitarbeiter, egal welchen Ranges, leben außerhalb der Hotels in eigenen Wohnungen.“ Regelrecht luxuriös logieren die Angestellten im Lindner Grand Hotel Beau Rivage, Interlaken. Auf dem Hotelgelände befinden sich in einem Nebengebäude 23 komplett ausgestattete Mitarbeiterzimmer, aufgeteilt in zehn Doppel- und 13 Einzelzimmer – inklusive Garderobe, Ganzkörperspiegel, TV und Bad. Es gibt eine Gemeinschaftsküche sowie einen Waschraum mit Trockner und Waschmaschine samt Bügelbrett und Bügeleisen. Executive Assistant Managerin Carolina Cordes: „Die Kosten belaufen sich monatlich auf 400 Franken im Einzelzimmer und 600 Franken im Doppelzimmer für zwei Personen.“ Zusätzlich erhalten jene Mitarbeiter im Personalhaus Vollverpflegung in der Kantine. Die monatliche Miete wird ihnen direkt von der Lohnzahlung abgezogen, so wie die monatlichen Gebühren fürs Telefon.

Eine großzügige Lösung fand Hotelier Daniel Füglister vom Hotel Saratz in Pontresina/Engadin: „Wir wollen unsere Qualität so festigen, dass der Wiedererkennungsfaktor für Gäste und Mitarbeiter hoch ist. Deshalb müssen wir Ganzjahresverträge anbieten und adäquate Mitarbeiterunterkünfte bereitstellen.“ Das sind für ihn Wohnungen mit höchstem Komfort, die den Angestellten das Gefühl vermitteln, im Engadin zu Hause zu sein. Ab 10. April, einen Tag nach Saisonende, wird der bestehende Mitarbeitertrakt im Hotel komplett renoviert. Zusätzlich baut Füglister ein neues Mitarbeiterhaus. Das alte Mitarbeiterhaus Chesa Aurora wird abgerissen und durch einen neuen, vierstöckigen Bau mit modernen Studios und Wohnungen ersetzt. Ein eigener Prospekt für die Mitarbeiterunterkünfte soll qualifizierte Fachkräfte motivieren, nach Pontresina zu kommen. Ohne genaue Zahlen zu nennen sagt Daniel Füglister, dass sie bei ihm immer noch günstiger wohnen als auf dem freien Markt.

Gute Mitarbeiter für seine abseits gelegene Residenz in Aschau zu begeistern, ist auch das Bestreben Heinz Winklers: „Wir haben ein Personalhaus im Ort, das vor allem Azubis und Singles gern in Anspruch nehmen.“ Dort wohnen elf Leute in eigenen Zimmern oder in kleinen Wohngemeinschaften – wenn sie das wollen. Für viele, die bei Heinz Winkler anfangen, ist das ein idealer Einstieg. Wer länger bleibt, sucht sich mit der Zeit dann etwas Eigenes.

Lieuwe de Jong, Vice President Operations, Ramada Worldwide, Hospitality Alliance AG, Bad Arolsen, berichtet: „In mehreren Ramada-Resort- Destinationen bieten wir Mitarbeiterzimmer beziehungsweise Wohnungen an. Weiterhin sind wir bei der Suche nach passenden Unterkünften behilflich. Das Management hat die Möglichkeit, übergangsweise im Hotel zu wohnen, bis etwas Passendes gefunden wurde.“

Freundliche Geste

Oft ist es einfach schon die freundliche Geste, einen neuen Mitarbeiter heimisch werden zu lassen. Silke Herzog, Pressereferentin Steigenberger Hotel Group: „Auch wenn die Häuser der Steigenberger Hotel Group keine eigenen Personalunterkünfte haben, unterstützt das Unternehmen seine Mitarbeiter bei Umzug und Wohnungssuche.“ So äußert sich auch Anne Fugger vom Best Western Premier Airporthotel Fontane, Berlin: „Wenn wir Mitarbeiter aus anderen Städten einstellen, können sie gern in unserem Haus bleiben, bis sie eine Wohnung gefunden haben.“ So können die Mitarbeiter Superior-Zimmer mit Küchenzeile und Zimmerbar zu günstigen Preisen mieten.

Fazit: Es geht nicht in erster Linie um große Zimmer mit luxuriöser Ausstattung. Aber Mitarbeiter brauchen private Zonen und Rückzugsmöglichkeiten für persönliche Bedürfnisse – damit sie sich wohlfühlen, motiviert sind und ihrem Haus treu bleiben.Petra Mewes

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