Branche aktuell
Sehnsucht nach Exotik
„Afrika“ sowie „Sinnsuche und Spiritualität“ sind die neuen Trends im Wellnessbereich
BERLIN. Klassische Massagen mit therapeutischer Zielsetzung und Beauty-Anwendungen werden in den Wellness-Hotels nach wie vor am häufigsten nachgefragt. Zu diesem Ergebnis kommen die Wellness-Hotels-Deutschland (W-H-D) und der Reiseveranstalter beauty24. Auf der ITB in Berlin haben die beiden Unternehmen aktuelle Zahlen und Trends zum Wellness-Markt Deutschland vorgelegt.
Der durchschnittliche Gesamtumsatz aller W-H-D-Häuser sei 2006 leicht gestiegen, erläuterte Michael Altewischer, Geschäftsführer W-H-D. Beauty24 konnte deutliche Zuwächse von 25 Prozent verzeichnen. Diese sind vor allem auf eine Verbreiterung der Kundenbasis zurückzuführen.
Umfragen zufolge liegen – prozentual und umsatzmäßig – klassische Massagen und Beauty-Anwendungen an der Spitze der Angebotspalette. Leichte Zuwächse gab es zudem bei Sport- und Fitnessangeboten. „Dieser Bereich ist allerdings noch entwicklungsfähig“, so Altewischer. Auch bei beauty 24 nennen zwei Drittel der Befragten eine Massage als ihre Lieblingsanwendung.
Bei den Wellness-Trends sieht W-H-D ein wachsendes Interesse an medizinisch begleiteten Wellness-Anwendungen sowie an Programmen, die den deutschlandweiten Trend „Wandern“ mit Wellness kombinieren. Beauty24 erkennt vorrangig zwei neue Trends für die kommende Saison: „Sinnsuche und Spiritualität“ (bereits 62 Prozent der beauty24-Hotels bieten entsprechende Kurse an) sowie „Afrika“ – etwa mit Produkten aus dem Elefantenbaum und mit Büffelmilch. Top-aktuell aus Sicht beider Unternehmen bleibt „Wellness für Männer“. So konnten 56 Prozent der befragten Hoteliers eine erhöhte Männer-Nachfrage nach Wellnessanwendungen verzeichnen. Dieser Anteil ist 2006 im Gesamtvergleich auf 36 Prozent gestiegen. Der Trend „Afrika“ steht im Einklang mit der allgemeinen Sehnsucht der Kunden nach Exotik. So interessieren sich 92 Prozent der Kunden für Anwendungen wie Ayurveda oder Hot-Stone-Massagen.
Dem zur Zeit stark propagierten „Medical Wellness“ steht der W-H-D hingegen, im Gegensatz zu beauty 24, skeptisch gegenüber. Altewischer sieht darin eine überflüssige Häufung sinnloser Ausdrücke. Der Begriff Wellness sei bereits seit den 70er Jahren als medizinisches Präventivprogramm definiert. „Ein guter Teil unserer Hotels hat stabile medizinische Wurzeln, mit klaren Kriterien wie Arztpraxis im Haus, die deutlich über dem stehen, was heute teilweise mit dem Etikett „Medical“ am Markt teilnehmen möchte“, erläuterte der Geschäftsführer. (Seiten 8, 17) Uwe Lehmann
