Branche aktuell
Selbstbewusste Direktoren
Hoteldirektorenvereinigung wählt Alexander Aisenbrey zum Vorsitzenden / Preise vergeben
GÖTTINGEN. Die Mitgleider der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV) unter ihrem neuen Vorsitzenden Alexander Aisenbrey wollen sich stärker öffentlich zu Branchenfragen äußern. Außerdem planen sie eine Qualitätsoffensive beim Nachwuchs und bei der Gewinnung neuer Mitglieder.
Aisenbrey, der Direktor des Hotels Öschberghof in Donaueschingen, wurde von den HDV-Mitgliedern im Göttinger Hotel Freizeit In einstimmig gewählt. Aisenbrey ist Nachfolger von Ralph Huber, der nicht mehr in der Hotellerie tätig ist, und deshalb nicht wiedergewählt werden konnte.
Bei der HDV-Jahreshauptversammlung wurde außerdem der Wissenschaftspreis Hotellerie in zwei Kategorien vergeben. Siegerin in der Kategorie „wissenschaftlich-theoretisch orientierte Arbeiten“ ist Claudia Sunderkamp (26). Sie wurde ausgezeichnet für ihre Abschlussarbeit an der Fachhochschule München zum Thema Umweltorientierung in der internationalen Hotellerie. Die Umweltorientierung eines Hotels, so Sundermann bei der Preisverleihung, sei für Gäste bisher nur ein Buchungsgrund unter vielen.
Andere Parameter stünden im Vordergrund. Den zweiten Platz in der Theorie-Kategorie belegt Silvia Buslei (24) für ihre Examensarbeit an der Fachhochschule Bad Honnef über „Telecommunications Innovations in the Hospitality Industry“. Silvia Buslei betonte, dass hotelinterne Prozesse effizienter gestaltet werden könnten. Bei den „praxisorientierten Arbeiten“ hatte die 30-jährige Ilka Cremer die Nase vorn. Ihre Abschlussarbeit an der FH München beschäftigte sich mit einem Vergleich der Ausbildungsqualität zweier großer Hotelgesellschaften.
Ihre Erfahrung bei der Recherche: „Es gab Widerstände – auch vom Betriebsrat.“ Außerdem seien die Berufsschulen kritisiert worden. Für seine Diplomarbeit mit dem Thema „Hotelprojektentwicklung“ an der Wihoga Dortmund gewann Nico Dannenbring (28) den zweiten Preis. „Ich wollte zeigen, was bereits vor dem operativen Hotelgeschäft wichtig ist“, so Dannenbring.
Die beiden Gewinner des ersten Preises erhalten einen einwöchigen Sommerkursus an der Cornell University in New York. Für die Zweitplatzierten gibt es einen dreitägigen Cornell-Sommerkursus in Brüssel. Ziel des Preises, der von Micros Fidelio und Progros unterstützt wird, ist die gezielte Förderung von Nachwuchskräften im Hotelmanagement. „Wir müssen gute Leute in der Branche halten“, sagte der HDV-Vorsitzende Alexander Aisenbrey gegenüber der AHGZ. „Wir haben weltweite Möglichkeiten“, ist Aisenbrey sich sicher. Unter seiner Ägide werde der HDV sein Engagement für den Wissenschaftspreis und die Weiterbildung der Mitglieder ausbauen. „Die Qualität der Schulungen wird hochgehalten“, bekräftigte Aisenbrey. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewinnung qualifizierter Mitglieder für die HDV. Gerade in jüngster Zeit seien einige prominente neue hinzugestoßen, etwa Karsten C. Rath von ArabellaStarwood und Vera Haueisen vom Hotel Bareiss. Der Verband hat 131 ordentliche und 45 fördernde Mitglieder, darunter die AHGZ. 150 sollen es werden. Mehr nicht, um den familiären Charakter zu bewahren.
Schließlich sei eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit ein weiteres Ziel. „Wir möchten zeigen, dass wir etwas für die Branche tun“, so der Vorsitzende. Geschehen soll dies mit Statements und Äußerungen von HDV-Mitgliedern zu Themen der Hotellerie.
Auch Umfragen und Studien sind angedacht. Ein Höhepunkt war der Auftritt von Boris Grundl. Der Coach sprach mitreißend und praxisorientiert über „Leading Simple – Führen kann so einfach sein“. Hausherr Olaf Feuerstein betreute die Teilnehmer gastronomisch mit einem Abend in seiner Orient Lounge und einem Flying-Buffet. (Seite 6) Holger Zwink
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