Kommentar
Sonnenkost
Von Holger Zwink
Die Länder am Mittelmeer sind ein Sehnsuchtsort für Nord- und Mitteleuropäer. Es ist warm und sonnig, das Leben dort wirkt leichter, ungezwungener. Und auch wenn uns derzeit allzu viel südliche Sorglosigkeit in finanzieller Hinsicht Kopfzerbrechen bereitet, das Essen von dort will keiner mehr missen. Kaum vorstellbar, dass noch in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts Olivenöl, Rucola, Zucchini, Auberginen oder auch Parmesan und Mozzarella in deutschen Küchen kein Thema waren. Selbst Pizza und Spaghetti waren ziemlich neu.
Heute gehört die mediterrane Küche ganz selbstverständlich zu Deutschland. In Form der vielen italienischen, griechischen, spanischen, und türkischen Restaurants, aber auch als Bestandteil der gehobenen Gastronomie hierzulande. Deutsche Küchenchefs nehmen selbstbewusst und souverän Anleihen bei der mediterranen Küche, arbeiten mit Produkten, Rezepten und Garmethoden aus dem Süden, wandeln aber ab, interpretieren und fügen mediterrane Einsprengsel regionalen Gerichten aus Deutschland hinzu. Diese werden dadurch leichter, frischer und bunter.
Harald Derfuß, michelinbesternter Küchenchef im Hotel-Restaurant Adler in Asperg, bringt es auf den Punkt: „Mediterran kommt bei den Gästen einfach gut an, jeder kann etwas damit anfangen.“ Derfuß beweist in dieser Ausgabe sein Können exklusiv für Küche & Mehrmit einem Gebratenen Heilbutt, begleitet von mediterranen Beilagen, die er höchst appetitlich und intelligent in Szene setzt.

