KARRIERE 27. Deutsche Jugendmeisterschaften
Starke Emotionen und hohes Niveau
KÖNIGSWINTER. „Wir sind stolz auf Sie – das Erklimmen des Petersbergs ist die erste Stufe einer steilen Karriereleiter“, so DEHOGA-Präsident Ernst Fischer bei der Siegerehrung der 27. Jugendmeisterschaften, wichtigster Wettbewerb der Branche.
51 Auszubildende aus 17 Landesverbänden wetteiferten mit viel Tränen und Anspannung, aber sehr fair und kollegial um die Medaillen der Deutschen Jugendmeister der Hotellerie und Gastronomie. Vor allem in der Praxis zeigten sie hohe Leistungen.
Die Goldmedaillen errangen Tohru Adrian Nakamura, Koch im Hotel Königshof München, Andreas Reichert, Restaurantfachmann im Hotel Bareiss, Baiersbronn, und Christiane Schwinge, Hotelfachfrau im Maritim Staatsbadhotel, Bad Salzuflen.
Das Steigenberger Grandhotel Petersberg bildete zum achten Mal die Kulisse für den Wettbewerb der Nachwuchsstars der Branche. Sie hatten sich in den Vorentscheidungen auf Regional- und Landesebene als die besten Auszubildenden Deutschlands qualifiziert. Der Bankettsaal des 5-Sterne-Hauses bot den Restaurant- und Hotelfachleuten einen adäquaten Rahmen, um ihr Können als Gastgeber unter Beweis zu stellen. Die Rekordbeteiligung von 250 Gästen zum Prüfungsessen war für DEHOGA-Geschäftsführerin Ingrid Hartges ein Beweis für den hohen Stellenwert des Wettbewerbs. „Das Leistungsniveau war sehr hoch“, so Hartges. „Vor allem die Hotel- und Restaurantfachleute lieferten ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen.“
„Es war eine gute deutsche Meisterschaft“, urteilte Ctefan Wohlfeil, der Präsident des Verbandes der Köche (VKD). „Zufriedenstellend“ beurteilten Wohlfeil und die Jury die Wettkampfbedingungen in der Küche. „Hier sind nicht alle Arbeitsplätze gleich, wie es in einer Lehrküche der Fall ist. Dafür entspricht wiederum das Ambiente des Luxushotels sehr viel besser den hohen Anforderungen.“ Zum ersten Mal wurden daher die Arbeitsplätze in der Hotelküche ausgelost. Klaus Winfried Meyer, einer der Köche-Juroren, lobte die Disziplin und ruhige Art, mit der die jungen Leute arbeiteten.
„Die Prüfer haben viel dazu beigetragen, dass die Stimmung so entspannt war“, meinte Köche-Sieger Tohru Adrian Nakamura. „Da wir alle in etwa auf einem Leistungs-Level waren, gab es auch keinen großen Konkurrenzkampf.“ Enttäuschung über einen vierten Platz war seinem Kollegen Henry Burghardt vom Restaurant Ratskeller in Naumburg ins Gesicht geschrieben. „Die Jury müsste altersmäßig breiter gefächert sein. Gegenüber modernen Arbeitsmethoden bei der Verarbeitung von Rohstoffen sind sie zu wenig aufgeschlossen.“ Man könne zwar nicht so kochen wie gewohnt, räumte auch Nakamura ein. Er wandte dennoch die moderne Garmethode des Niedrigtemperatur-Garens bei Fisch an und überzeugte damit auch die Juroren.
Tohru Adrian Nakamura ließ mit 90,52 Punkten als Gesamtpunktebester alle anderen weit hinter sich. Die Punktezahl bei den Hofa-Siegern lag um 75 Punkte und bei den Refa-Siegern zwischen 76 und 79. „Wer in der Theorie gut ist, hat schon einen Vorsprung“, so Eva-Maria Rühle, die Vorsitzende der Wettkampfleitung. Rühle fiel auf, dass im Vorjahr alle 51 Teilnehmer ein Team bildeten, während es dieses Mal mehr Einzelkämpfer gegeben habe, die aber stets fair blieben. „Ein Quäntchen Glück ist immer dabei“, meinte Hofa-Siegerin Christiane Schwinge. Sie hatte wie einige der Kollegen kurz vor dem Wettbewerb schon ihre erste Festanstellung angetreten und im Hinblick auf die vorbereitenden Trainings eine starke Doppelbelastung zu verkraften.
„Eine schöne Erfahrung. Alles gut organisiert und ein toller Teamgeist“, strahlte das Team aus Sachsen, obwohl Rick Hochmuth, The Westin Leipzig, Anja Bellmann, The Westin Bellevue Dresden, und Luziana Spitzweg, Cafe-Restaurant Luisenhof Dresden, sich mit dem neunten Platz zufriedengeben mussten. „Gutes Mittelfeld“, meinte Rick Hochmuth. „Es war kein Wettstreit, sondern ein echtes Wetteifern.“ Die jungen Leute aus Sachsen stimmten voll DEHOGA-Präsident Ernst Fischer zu, der die Teilnehmer motivierte: „Sie alle sind Sieger. Sie haben beste Entwicklungschancen in einer attraktiven Branche, die große Aufstiegsmöglichkeiten auch im Ausland birgt. Packen Sie die Chance beim Schopf.“Gundula Marx

