Branche aktuell
Stuttgart wird Slow-Food-Mekka
Das deutsche Gegenstück zum „Salone del Gusto“ soll ab sofort jährlich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt stattfinden
von Micaela Buchholz
STUTTGART. Das Thema regionale Produkte in der Küche steht in der Gastronomie hoch im Kurs. Mit der ersten überregionalen Slow-Food-Messe Deutschlands, die vom 15. bis 17. Juni auf dem Killesberg in Stuttgart stattfindet, erhält das Thema eine ganz neue Dimension. Produkte und Spezialitäten von 150 Bauern, Genusshandwerkern sowie 60 Winzern aus Deutschland und den Nachbarländern präsentieren sich wie auf einem Silbertablett.
Verkosten erwünscht
„Pro Aussteller werden vier bis fünf Dinge zu probieren sein, die handwerklich hergestellt sind“, sagte Otto Geisel, Vorsitzender der Non-Profit-Organisation, in einer Pressekonferenz. Die neue Messe hat den von Slow Food Italien organisierten „Salone del Gusto“ in Turin zum Vorbild, der sich zum Treffpunkt für Genießer aus aller Welt gemausert hat, zuletzt mit 170.000 Besuchern.
Im Fokus steht die Idee, einen neuen Markt für Produkte alter Nutztierrassen und seltener essbarer Pflanzenarten zu schaffen. Somit stellt die Messe für kreative und naturverbundene Köche eine Fundgrube von Raritäten und Kuriositäten dar. Der „Marktplatz des Genusses“ reicht von Brot- und Getreideerzeugnissen über Käse, Obst und Gemüse, Schinken und Wurst, Schokolade und Kaffee bis hin zu Weinen und den handwerklich hergestellten Bieren der „Freien Brauer“, einem Zusammenschluss von 35 Privatbrauereien.
Außer den Degustationen bietet die Slow-Food-Messe ein Rahmenprogramm mit dem Ziel, das Wissen über die Produkte, deren Herstellung, Historie und Anwendung zu vertiefen. Bei den „Verabredungen zum Essen“, für die sich die Teilnehmer übers Internet anmelden, servieren Profis wie Spitzenkoch Rolf Straubinger von Burg Staufeneck zusammen mit den Produzenten an den drei Messeabenden regionale Menüs. Während der Messe, die künftig jährlich in Stuttgart stattfindet, werden „Slow Touren“ zu den Produzenten und Geschmackserlebnisse angeboten, darunter 35 Mini-Kurse samt Kostproben zu Themen wie Leberkäse, Wurst und Bier von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten, regionale Biere, Speiseöle oder Holzofenbrot.
Zudem stehen Diskussionen und Vorträge mit Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann und Gipfelstürmer Reinhold Messner auf dem Programm. Ein weiteres Schwerpunktthema ist die gesunde Ernährung in Kindergärten und Schulen. Eine Sonderausstellung stellt erfolgreiche Modelle aus dem gesamten Bundesgebiet vor, zum Beispiel „Green Cooking“ aus Nürnberg, einen Caterer für preiswerte Kinder-Bio-Küche, der für sein Konzept noch Partner sucht. mia
www.slowfood2007.de


