Konzepte: L’Osteria, Nürnberg
Systematisch, aber nicht uniform
NÜRNBERG. Klaus Rader legt Wert auf Qualität in seinen Restaurants. „Wie beim Edelitaliener“ werde in den L’Osteria-Betrieben alles selbst hergestellt, „sei es Teig, Pasta oder Dressing“. Und das bei moderaten Preisen. Hauptgerichte KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick... zwischen 6,50 Euro und 10,50 Euro. Das PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick...-Leistungs-Verhältnis müsse stimmen.
Umgekehr daraus zu schließen, in der L’Osteria wurde am Ambiente gespart, wäre jedoch rundweg falsch. Papier- oder gar Plastiktischdecken sind hier ebenso verpönt wie zusammengeschusterte Einrichtungen. Das Gesamtbild passt, es wird jedoch nicht – wie bei anderen Betrieben in der SystemgastronomieBetriebsform in der Gastronomie, bei der entgeltlich Getränke und/oder Speisen in einem standardisierten Gastronomiebetrieb abgegeben werden, die an Ort und Stelle verzehrt oder auch mitgenommen werden können.
weiter mit Mausklick... – von den beiden Geschäftsführern bis ins Detail vorgeschrieben. Klaus Rader und sein Mitgesellschafter Friedemann Findeis legen Wert auf die Individualität ihrer Restaurants.
„Wir sind eine Kette, ohne als solche erkennbar zu sein“, beschreibt Klaus Rader eines der Erfolgsrezepte der L’Osteria. In 13 Jahren ist das Unternehmen auf mittlerweile 13 Filialen angewachsen. Wichtig für Geschäftführer und Gäste: „Es muss schmecken“, betont Rader, „mindestens 80 Prozent unserer Gäste kommen nicht wegen der Atmosphäre, sondern wegen der Qualität unserer Speisen.“
Damit hat das Konzept Erfolg: Seitdem Findeis und Rader 1999 in Nürnberg ihr erstes L’Osteria-Restaurant eröffnet haben, ist das gemeinsame Unternehmen stetig gewachsen. Und erlebt zurzeit wohl so etwas wie eine Take-Off-Phase. Im laufenden Jahr sollen weitere sieben, 2013 noch einmal 13 Filialen dazukommen.
Mit Foodservice-Preis geehrt
In Nürnberg wurde ein Konzept entwickelt und erprobt, das nun bundesweit umgesetzt wird. Damit haben Rader und Findeis auch die Jury des Hamburger Foodservice Preises beeindruckt. Im März haben die beiden den Preis für ihr L’Osteria-Konzept verliehen bekommen.
Dass man es nicht allen recht machen kann, weiß auch Rader, der seine ersten Erfahrungen in der Gastronomie als einer der damals jüngsten FranchisenehmerVertragspartner des Franchisegebers , der durch den Abschluss eines Franchise-Vertrags die Rechte zur Nutzung eines Geschäftskonzepts in einer festgelegten Region erwirbt.
weiter mit Mausklick... von McDonald’s sammelte: „Du kannst nicht Everybody’s Darling sein.“
Nichtsdestotrotz erfreut sich die Nürnberger L’Osteria, wie inzwischen auch die anderen Restaurants, einer sehr großen ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick.... „Familien und Schlipsträger kommen genauso zu uns wie Studenten“, erzählt der 49-Jährige. Der Standort in der Nürnberger Nordstadt ist zwar nicht gerade zentral, doch die L’Osteria hat ihren festen Platz in der örtlichen Gastroszene gefunden. Außer Ambiente und Qualität der Gerichte dürfte der Erfolg nicht zuletzt durch das Engagement des Personals zu erklären sein.
PersonalIn der Hotellerie und Gastronomie haben diese durch den Kontakt zu den Gästen einen wesentlichen Einfluss auf die vom Gast wahrgenommene Dienstleistungsqualität.
weiter mit Mausklick... wird gefördert
Die L’Osteria bildet Kaufleute für Systemgastronomie aus und betreibt ein eigenes Trainingszentrum, um das Servicepersonal zu schulen. „Wir vermitteln dabei in erster Linie das richtige Verhalten bei Reklamationen und Beschwerden, wollen aber gleichzeitig die Persönlichkeitsentwicklung unserer Mitarbeiter fördern“, so der Geschäftsführer. Und die Kollegen haben viele Freiheiten: Wie bei Ausstattung und Einrichtung soll die L’Osteria auch bei der Bekleidung der Angestellten nicht uniform erscheinen. „Wir wollen nie, dass alle Mitarbeiter gleich aussehen“, betont Rader. Schließlich gehe er selbst auch lieber in die Einzelgastronomie statt in ein Kettenrestaurant.
Der Einkauf aller Filialen wird dagegen zentral gelenkt. Die Mehrzahl wird wie in Nürnberg von angestellten Filialleitern geführt, einige von Franchisenehmern. Dieses Sowohl-als-auch wollen Rader und sein Partner Findeis zukünftig so weiterführen. „Wir wollen unsere eigenen Filialen, aber genauso Franchisenehmer, mit denen wir uns Manpower vor Ort einkaufen“, erklärt er. Auf diese Weise säßen gute Unternehmer mit am Tisch und sorgen mit frischen Ideen und Verbesserungsvorschlägen für ein langfristig nachhaltiges Geschäft.
Armin Leberzammer

