Branche aktuell
Tarifabschluss mit Signalwirkung
Mehr Geld für Mitarbeiter in der Systemgastronomie / Untere Tarifgruppen profitieren am meisten
BERLIN. Kooperation und beiderseitige Kompromissbereitschaft statt permanenter Konfrontation führte zum Erfolg. Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben sich mit Gültigkeit zum 1. Dezember 2007 auf einen neuen Mantel- und Entgelttarifvertrag für die in der Branche Beschäftigten geeinigt.
Schrittweise über einen Zeitraum von drei Jahren werden die Löhne und Gehälter erhöht, wovon die unteren Tarifgruppen am stärksten profitieren. So steigt beispielsweise der Mindeststundensatz in der untersten Gruppe im Tarifgebiet West bis 1.Dezember 2010 um insgesamt 13,5 Prozent auf 7,50 Euro. Im Tarifgebiet Ost werden dann 6,75 Euro gezahlt, was einem Zuwachs von 17,8 Prozent entspricht. Für die Beschäftigten sind außerdem die neuen Arbeitszeitregelungen und die vertraglich erstmals garantierten Zuschläge von Bedeutung. So werden zwischen 23 Uhr und 6 Uhr 15 Prozent mehr gezahlt, feiertags gibt es einen Bonus von 100 Prozent. Die Wochenarbeitszeit wird Ende November 2011 in Ost und West einheitlich 39Stunden betragen. Bis dahin arbeiten Beschäftigte in den neuen Bundesländern eine halbe Stunde länger.
Somit hat jetzt der Schwebezustand ein Ende. Das vorangegangene Regelwerk war bereits zum Jahresende 2001 gekündigt worden.
Bei der Vorstellung der Eckpunkte wirkten beide Seiten ausgesprochen entspannt. „Der Vertrag markiert auch den Beginn einer neuen und konstruktiven Sozialpartnerschaft. Die Tarifautonomie ist nicht nur wichtig, sie funktioniert auch“, betonte Wolfgang Goebel, 1.Vorsitzender des BdS und Personalvorstand von McDonald’s Deutschland. „Der Tarifabschluss in der Systemgastronomie ist eine wichtige Grundlage für eine aktive Interessenvertretung für die Beschäftigten der Branche, die ohne die inhaltliche und personelle Neuausrichtung des BdS nicht zustande gekommen wäre“, meinte Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft NGG.
Der Tarifabschluss mit einer Laufzeit von 41 Monaten gilt für rund 80.000 Beschäftigte in der Systemgastronomie. Marion Schlag
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