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Stolzer Gastronom: René Petat führt das Schloss-Café in Jever

© Alexander Schmolke

Erfolgreiche Gastronomie Die Kleineren (55)

Touristen lieben die Rumflocken

Ins Schloss-Café im Herzen von Jever kehren Besucher und Einheimische regelmäßig ein. 2005 wurde es unter die besten 250 Cafés in Deutschland gewählt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/23 vom 7. Juni 2008

JEVER. Wer Jever besucht, kann das Schloss-Café gar nicht verpassen: Nach der Autobahnabfahrt geht es immer geradeaus und bald bei einem Schild mit der Aufschrift „Schloss“ nach links. Und nach 30 weiteren Metern ist man da: Im Schloss-Café Jever, das 2005 unter die besten 250 CaféBewirtungsbetrieb mit Verkauf von Speisen, insbesondere von Konditoreierzeugnissen und sonstigen kalten Speisen, sowie damit verbundenem Verkauf von Aufgussgetränken - im Allgemeinen zum Verzehr an Ort und Stelle.
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s des Landes gewählt wurde.

Diese Auszeichnung der Fachzeitschrift Feinschmecker ist für Inhaber René Petat immer noch etwas ganz Besonderes: „Bei rund 300.000 Cafés in Deutschland ist ein Platz unter den ersten 250 ein toller Erfolg“, findet er. Eine Test-Familie – Mutter, Vater und zwei Kinder – hatten fast alle Sorten Tee und Kuchen probiert und waren von Freundlichkeit, Kompetenz, Auswahl und Frische begeistert.

An der Qualität hat sich seither nichts geändert. Das Schloss-Café ist nach wie vor eine der ersten Adressen in Jever. „Offiziell sind wir das Café & Restaurant am Schloss“, betont Petat, um Missverständnisse zu vermeiden. Denn der neue Name hat sich einfach nicht durchgesetzt. „Das Haus hieß jahrzehntelang Schloss-Café. Diesen Namen kennen die Gäste, er ist quasi unser Rufname.“ Daher steht er auch auf dem Schild über der Eingangstür – damit keinerlei Missverständnisse entstehen, sogar die alte Schreibweise mit „ß“ wird beibehalten.

Seit Beginn der sechziger Jahre wird das weiße, hübsch verzierte Haus bereits als Café genutzt. In Sichtweite des Schlosses zu Jever tranken die Damen hier noch mit weißen Rüschenhandschuhen ihren Tee. „Einige von ihnen kommen bereits seit 30 Jahren hierher.“ Neben den Stammgästen sind es vor allem Besucher der Stadt Jever, die das Schloss-Café beehren. Dank seiner zentralen Lage sind sämtliche Sehenswürdigkeiten nur einen Fußmarsch entfernt: Entweder frühstücken die Gäste, bevor sie sich das Schloss oder die Brauerei, die Blaudruckerei oder die Altstadt ansehen. Oder sie kehren nach dem Stadtrundgang ein.

Tee auf dem Stövchen

„Nach ihrer Tour tun sich viele bei uns etwas Gutes“, so Petat. Zum Beispiel greifen sie bei der Auswahl aus zwölf verschiedenen Torten und Kuchen zu. Besonders beliebt sind die Ostfriesentorte, die Rumflocken und die frischen Brüsseler Waffeln. Dazu gibt es Kaffee in allen Variationen und natürlich den Tee auf dem Stövchen. Außer nachmittäglicher Stärkung bietet das Café auch einen Frühstückstisch sowie Mittagsangebot: Fleisch, Fisch, vegetarisch. „Beides ist ein großer Erfolg.“

Nicht ganz so zufrieden ist der Inhaber mit dem Restaurant-Geschäft. „Jahrelang haben wir versucht, auch dieses Feld zu erschließen“, berichtet Petat. Die Öffnungszeiten wurden ausgeweitet, auf der Karte stehen „extravagante Speisen wie gebratene Austernpilze“. Der große Durchbruch gelang zwar noch nicht, die Resonanz ist „aber in Ordnung“. Die Extravaganz ist weniger gefragt, sondern die solide Kost: „Die Menschen hier wollen auf der Karte Bratwurst, Schnitzel oder Matjes sehen“, sagt Petat. „Darauf gehen wir ein.“

Während sie auf ihre „Riesen-Currywurst mit hausgemachter Sauce“ oder das „Ostfriesensteak“ warten, können sich Kunstfreunde unter den Gästen übrigens wunderbar die Zeit vertreiben: An den Wänden des Schloss-Cafés hängen Gemälde, die „markante Punkte in Friesland zeigen“ – das Teufelsmoor oder Küstenabschnitte. Auch Fräulein Maria von Jever – das Café ist schließlich mit deren Heimatstadt verwurzelt. Für durchschnittlich 800 Euro können die Bilder mit nach Hause genommen werden. Wieder ganz einfach: Einmal rechts – und dann immer geradeaus bis auf die Autobahn. Alexander Schmolke


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