Kommentar
Trendgetränk deutscher Wein
Von Holger Zwink, Redakteur
Deutschland ist ein Weingenießerland. So betitelt das Deutsche Weininstitut (DWI) eine Pressemitteilung, in der aktuelle Trends und Zahlen bekannt gegeben werden. Und tatsächlich: Wein war 2006 wertmäßig das beliebteste alkoholische Getränk der privaten Haushalte. 31,5 Prozent der Ausgaben für alkoholische Getränke entfielen auf Wein. Im Vergleich: Bier kam auf 29,6 Prozent. Außerdem wurden – so das DWI – 1,5 Prozent mehr Wein verkauft und die Verbraucher griffen verstärkt zu höherwertigen und einheimischen Tropfen. Der Verkauf deutscher Weine ist wertmäßig sogar überproportional um 9,9 Prozent gewachsen. Dies sind zwar „nur“ Zahlen für das Verhalten des Endverbrauchers im Einzelhandel. Aber sie bekräftigen einen Trend, der auch in der Gastronomie zu spüren ist. Immer mehr Gäste interessieren sich für das Thema Wein. Wer sich als Gastronom um sein Weinsortiment kümmert und seine Angebote pfiffig vermarktet und kalkuliert, kann mit Wein richtig gute Umsätze machen. Besonders gefragt derzeit: Weine aus Deutschland. Die Wiederentdeckung des Regionalen in der Küche geht einher mit der wachsenden Beliebtheit von Weinen aus den deutschen Anbaugebieten. Der Riesling, vor hundert Jahren Liebling der besten Kreise, hat in den vergangenen Jahren eine beachtliche Renaissance erfahren. Spitzenrieslinge aus Deutschland zählen mittlerweile zu den großen Weißweinen der Welt.
Im deutschen Weinbau hat sich den vergangenen Jahren immens viel getan: Das Streben nach Qualität ist allenthalben spürbar. Zu den Vorreitern dieser Entwicklung gehören die Prädikatsweingüter (VDP), die auf der ProWein stolz Umsatzzuwächse (auch in der Gastronomie), gestiegene Marktanteile ihrer Weine in Deutschland und eine wachsende Nachfrage im Top-Segment verkündet haben. Das sind gute Voraussetzungen für den Nachwuchs in beiden Branchen: Gastronomie und Weinbau. Hier wie dort tun sich junge Profis zusammen, um gemeinsam mehr zu erreichen. „Junge Schwaben“, „Junge Pfalz“ „Message in a bottle“ heißen solche Vereinigungen im Weinbereich. In der Gastronomie haben sich beispielsweise die Jeunes Restaurateurs einen guten Namen gemacht. (Seiten 3,21,29)

