Umsatz mit Frühstück und mehr
Frühstückstreffs sind Zusatzgeschäft für Gastronomen / Mehr Gäste am Wochenende / Ausweitung auf andere Tageszeiten
Frankfurt/M. Die erste Mahlzeit des Tages erfährt bei immer mehr Menschen eine neue Wertschätzung. Dabei wird diese nicht unbedingt am heimischen Esstisch eingenommen. Das eröffnet findigen Gastronomen neue Möglichkeiten.
Jeden Monat findet etwa in Frankfurt/Main ein „Frühstückstreff für faszinierende Menschen“ statt. Treffpunkt ist die Café Bar an der Schweizer Straße. Doch Frankfurt ist nur eine von 50 deutschen Städten, in der die Initiative „Frühstückstreff“ Wurzeln geschlagen hat. Entstanden im Sommer 2001 in Darmstadt, gibt es mittlerweile in ganz Deutschland rund 13.000 aktive Frühstücker oder „Mitglieder“.
Teilnehmer des Frühstückstreffs sind junge und jung gebliebene, studierende und berufstätige Frauen und Männer, die sich meist am Sonntag von 11 bis 13 Uhr zum Frühstücken oder Brunchen und zum ausgiebigen Plaudern treffen. Treffpunkt sind ausgewählte Cafés und Bistros, die Teilnehmerzahl liegt zwischen 20 und 90 Personen. Die Frühstücksgäste zahlen ihren Verzehr selbst. Das Ganze ist völlig informell, ohne Anmeldung: Wer kommt, ist eben da. Die Veranstaltungstermine und Locations aller Städte werden auf www.fruehstueckstreff.de veröffentlicht. Die Einlader agieren ehrenamtlich und unterhalten eine Website mit Newsletter für Interessierte. Allein in Hessen gibt es Frühstückstreffen in 24 Orten, von Limburg über Kassel bis Korbach. Renommierte Gastronomen sind als Partner dabei. In Wiesbaden etwa wird an jedem zweiten Sonntag des Monats im Café Maldaner gefrühstückt; jeden vierten Sonntag treffen sich Wiesbadens Frühstücker im Coyote Café an der Goldgasse. Mainz ist mit dem Eisgrub-Bräu an der Weißliliengasse vertreten, und in Frankfurt trifft man sich eben in der Café Bar an der Schweizer Straße.
Angeregt durch die starke Nachfrage der Teilnehmer, sind inzwischen auch vielfältige Abendveranstaltungen des Frühstückstreffs entstanden: Klön-Abende in Bars und Bistros, Museums- und Konzertbesuche, Special-Events wie Tagesausflüge und Aktiv-Reisen.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Austausch zwischen den einzelnen Frühstückstreffs. Die Gruppen sind zunehmend regional und sogar bundesweit vernetzt. Manche Teilnehmer sind beruflich viel unterwegs und nutzen Veranstaltungen des Frühstückstreffs in mehreren Städten.
Nach Meinung der Organisatoren könne die Gastro-Branche jede Menge von den Treffs lernen. Etwa wie man zusätzliche Nachfrage generiert und Fan-Gruppen organisiert. Wer mitmachen kann? „Gastronomen mit einem schönen Café, Bistro oder Restaurant, das mit Brunch, Buffet oder Frühstück à la carte begeistern möchte und deren Lokal vielleicht an Wochenenden nicht ausgebucht ist“, erläutert Klaus Schultheis vom Frühstückstreff.
Es sollten 25 bis 45 Gäste Platz finden. Gastronomiepartner des Frühstückstreffs genießen Exklusivität und Gebietsschutz. Schultheis ist Geschäftsführer eines Darmstadter Software-Unternehmens und kümmert sich nebenher um die Kommunikation des Frühstückstreffs. Der Frühstückstreff ist eine eingetragene Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt.
Barbara Goerlich

