Diese Woche
Viele Stellen unbesetzt
Gastgewerbe reagiert gelassen auf freie Ausbildungsplätze
STUTTGART. Auf dem deutschen Ausbildungsmarkt sind Ende Juli noch Tausende Ausbildungsplätze unbesetzt. Auch das Gastgewerbe hat noch Plätze an geeignete Bewerber zu vergeben. Das geht aus einer einer aktuellen Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor.
Erneutes Plus erwartet
Von massenhaft frei bleibenden Ausbildungsplätzen könne derzeit aber noch keine Rede sein, so der Tenor der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...-Landesverbände Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und Sachsen auf AHGZ-Nachfrage. Auch Markus Kiss, DIHK-Experte für berufliche Bildung, relativiert das Umfrageergebnis – es habe sich um eine Stichprobe gehandelt. Zwar seien im Gastgewerbe längst noch nicht alle Lehrstellen besetzt, meint DEHOGA-Pressesprecherin Stefanie Heckel. Dennoch gehe man für 2008 wieder von einer höheren Ausbildungsquote aus: Erst 2007 habe man ein Plus von 1,9 Prozent verzeichnet.
Größere Schwierigkeiten, Lehrstellen zu besetzen, haben inzwischen die neuen Bundesländer: Den extremsten Unterschied zum Vorjahr stelle die zurückgehende Bewerberzahl dar, so Dirk Ellinger, Geschäftsführer beim DEHOGA Thüringen: „Viele Unternehmen haben nur wenige oder gar keine Bewerber.“ Den demografischen Wandel spüre man in Bayern wiederrum noch nicht, so Alexander Kotz, Referent für Berufsbildung beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Probleme bereiteten vielmehr mangelndes Interesse und Mehrfachbewerbungen.
Die Qualifikation der Bewerber ist laut DIHK einer der wichtigsten Gründe, warum Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Das bestätigt auch Daniel Ohl vom DEHOGA Baden-Württemberg. Viele Gastronomen kritisierten Defizite bei der Ausbildungsreife. Vermisst würden sowohl schulische Basisqualifikationen wie auch soziale Kompetenzen. Darum fordere der DEHOGA von den Schulen eine verbesserte Unterrichtsqualität, so Heckel.
Nicht zuletzt kontraproduktiv für die Lehrstellenbesetzung in der Gastronomie sei das Jugendarbeitsschutzgesetz, so Ohl. Es schade vor allem Haupt- und Realschülern, wenn Unternehmen nur noch Bewerber nehmen, die älter als 18 Jahre sind.
Erster Tag entscheidend
Im Hotel Ibis in Dresden sind bereits alle Ausbildungsplätze für 2008 vergeben, so Personalchefin Claudia Eckardt. Spannend werde es noch einmal am ersten Ausbildungstag: Nicht erscheinende Azubi-Anwärter sind laut DIHK-Stichprobe der zweitwichtigste Grund, warum Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben.