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Dreigestirn: (von links) Thomas, Hannelore und Manfred Honold Foto: Gerhard Herr

Erfolgreiche Gastronomie Die Kleineren (34)

Vom Imbisswagen zum Fischlokal

Seit 20 Jahren führen die Honolds die Mettnaustube. Mit Fischgerichten hat sich das Lokal gut platziert. Wer- beträger: Mundpropaganda

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/32 vom 11. August 2007

RADOLFZELL. Begonnen hat die gastronomische Geschichte der Honolds schon 1973. Damals pachteten sie den Campingplatz neben ihrer heutigen Mettnaustube. „Wir hatten einen Imbisswagen und eine Art 5-Sterne-Baracke mit 50 Plätzen innen und nochmal 40 auf der Terrasse“, erinnert sich Hannelore Honold an die Anfänge. Der frisch, vor den Augen der Gäste zubereitete Fisch, aber auch die Fischbrötchen seien damals der absolute Renner gewesen.

Der Erfolg kam schon früh

Hanni, wie sie von Kollegen liebevoll genannt wird, war aber schon immer ein Durchstartertyp und gab sich mit dem Imbiss nicht zufrieden. Die quirlige Rheinländerin wollte ein echtes Restaurant mit einer richtigen Küche, in der sie komplette Menüs zubereiten konnte. Den Grundstein hierfür hatte sie auch schnell gefunden: Das Kiosk- und Kassenhäuschen des Fußballplatzes direkt neben dem Campingplatz.

Heute steht davon noch eine Originalwand, der Rest des Restaurants wurde mit den Jahren quasi drum herum gebaut. Der Erfolg kam früh. Die nach ersten Umbaumaßnahmen 36 Sitzplätze waren ständig ausgebucht. Manche Radolfzeller beklagten sich sogar darüber, dass sie „ein halbes Jahr im Voraus“ reservieren mussten. Da man auch im Rathaus große Stücke auf Hannelore Honolds Kochkunst hielt, hatte man aber rasch ein Einsehen und genehmigte die Erweiterungspläne erstaunlich schnell.

Kehrseite der Medaille war allerdings die Tatsache, dass Hannelore Honold zwischen der Eröffnung der Mettnaustube im Jahr 1987 und der Schließung des Campingplatzes 1995 ein küchentechnisches Doppelleben führen musste. „Jeweils zu den Essenszeiten bin ich in die Restaurantküche gespurtet, danach wieder zurück zum Campingplatz“, so die 60-Jährige.

In der Zwischenzeit habe sich dort Ehemann Manfred um alles gekümmert. Daneben hat sich der heute 65-Jährige gelernte Bäcker in Sachen Service weitergebildet, leitet diesen in der Mettnaustube mit Umsicht und einer gehörigen Portion Humor. Natürlich seien das damals harte Zeiten gewesen, von den Arbeitszeiten mal ganz zu schweigen. Die seien jetzt unwesentlich anders, aber zumindest „ein wenig geregelter“.

Seit 2003 steht auch Sohn Thomas am Herd. Der 30-jährige Küchenmeister hat ein Faible für die eine oder andere schräge Koch-Idee, die stets sofort ausgetestet wird. So finden sich auf der Speisekarte immer wieder Kreationen, die man so eben noch nicht gegessen hat. Verwendet werden dafür nur erstklassige, vorzugsweise regionale Produkte. Die Rohware fürs Restaurant und den angegliederten, kleinen Fischladen wird täglich von den Fischern angeliefert. Fleisch, Gemüse, Obst und andere Frischprodukte kommen meist direkt vom Erzeuger.

Im Holzofen hinter dem Haus backt Manfred Honold diverse Brotsorten nach eigenen Rezepturen, die auch im kleinen Laden verkauft werden. Eine weitere Spezialität sind Fische aus der hauseigenen Räucherkammer.

Auf die Frage nach dem Geheimnis des Erfolges zuckt Manfred Honold mit der Schulter. Es habe sich irgendwie immer alles zur richtigen Zeit ergeben, meint er. „Wir haben unsere Träume verwirklicht“, bestätigt Gattin Hannelore. Genau das spüren auch die Gäste. Das Dreigestirn Hannelore, Manfred und Thomas Honold ist als Team unschlagbar. In der Küche verkriecht sich hier niemand. Für die Honolds ist es Ehrensache, die Gäste persönlich zu begrüßen und zu verabschieden. „Ich brauche das“, sagt die Chefin, „ich muss wissen, wie es dem Gast schmeckt oder ob er noch etwas benötigt.“ Schließlich sei sie Gastgeberin. Vom Prinzip her laufe das im Restaurant auch nicht anders als zu Hause. Wenn man das vergesse, sei es der Anfang vom Ende. Sylvia Herr

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