Diese Woche
Weizenbier sprengt die Grenzen
Das obergärige Bier ist bundesweit ein Hit und wird jetzt das ganze Jahr über getrunken
Stuttgart. Brauereien frohlocken: Im insgesamt rückläufigen Biermarkt verzeichnet Weizenbier ein beachtliches Absatzwachstum. Aber es kommt noch besser: Während früher vor allem die Süddeutschen die spritzige Spezialität schätzten, kommt man heute bundesweit auf den Geschmack. Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Niedersachsen gehören zu den Hauptabnehmern. Und das nicht nur im Sommer, sondern rund ums Jahr.
Die Gründe für den Boom sind schnell genannt: Weizenbier ist süffig und erfrischend, kommt in ansehnlichen Gläsern auf den Tisch und ist mit seiner dicken Schaumkrone optisch attraktiv. Auch das heimatliche Image spricht Gäste an. Hinzu kommt die wachsende Auswahl an regionalen Erzeugnissen, an urigen Sorten und Mixes. Bier-Erlebnis stellt sich beim Weizen also wie von selbst ein.
Nicht zuletzt promillefreie Sorten haben großes Potenzial. Die Gesundheitswelle schwappt ins Weizenglas. „Wachstumstreiber sind die alkoholfreien Weißbiere“, heißt es etwa bei Paulaner. Ob Bio auch beim Weizenbier ein Trend wird, ist indessen offen. „Wir brauchen kein Bio-Weizen“, sagt Josef Westermeier von Erdinger. Das Produkt an sich sei wertvoll genug – garantiert durchs deutsche Reinheitsgebot. (Seiten 11, 12, 16).