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Fiktiver Dollarregen hinter der Rezeption des „Wallstreet Park Plaza“: Jubelnde Broker werfen mit Geldscheinen um sich Foto: Lehmann

Die Dritte Seite

Wenn es Dollarnoten regnet

Im neuen „Wallstreet Park Plaza“ in Berlin dreht sich alles um die New Yorker Börse und den Kommerz

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/16 vom 22. April 2006

BERLIN Der Name ist Programm. Genauer gesagt, der ins Englische übersetzte Straßenname ist Hotelkonzept. In dem kürzlich in der Wallstraße im Berliner Bezirk Mitte eröffneten „Wallstreet Park Plaza“(AHGZ.de berichtete) haben die New Yorker Börse und der Kommerz das Design inspiriert, der Dollar bestimmt den Ablauf.

Es ist das vierte Hotel der Park Plaza Hotels in Berlin. „Das Wallstreet Park Plaza ist ein Haus der neuen Generation“, sagt Michael Fuhrmann, Regional General Manager Berlin. Nach dem Sherlock Holmes Hotel und dem 5-Sterne-Haus All Suite Plaza on the River in London werde mit dem Berliner Haus die Reihe innovativer und designorientierter Hotels von Park Plaza Europe fortgesetzt. Rund 10,5 Mio. Euro hat die Hamburger DIFA Deutsche Immobilien Fonds AG investiert, um das ehemalige Bürogebäude Wallhöfe in ein Vier-Sterne Deluxe-Hotel umzuwidmen.

Der Dollar ist im Hotel allgegenwärtig. Jubelnde Broker im Dollarregen grüßen von einem Wandgemälde hinter der Rezeption des 167-Zimmer-Hauses. Im Fußboden finden sich verstreut hingeworfene, abstrahierte Münzen, die durch Spots angeleuchtet werden. Überdimensionale 1-Dollar-Noten prägen die Teppiche der Zimmer; der Bodenbelag wurde von den Architekturfachzeitschriften AIT, ABIS und Intelligente Architektur mit dem Innovationspreis Architektur und Boden ausgezeichnet. Das mit Börsendetails gespickte Design in dem historischen Gebäude von 1910 mit seiner denkmalgeschützten Klinkerfassade trägt die Handschrift der österreichischen Architektin Johanne Nalbach, die auch für die beiden Berliner art'otels verantwortlich zeichnet.

Die Optik ist hell und puristisch mit kräfigen farbigen Akzenten. Auch die Farbe des Geldes wurde aufgegriffen. Der bronzefarbene Empfangstresen glänzt wie Kleingeld, in der auf Martini-Vielfalt setzenden „rule405 bar & lounge“ wurde mit Blattgold gearbeitet; eine vierzehn Meter lange LED-Laufschrift soll demnächst noch die aktuellen Daten der Frankfurter Börse übertragen. Entsprechend die Zielgruppe des von Manager Michael Melzer geführten Hotels: Geschäftsleute, Banker, Unternehmensberater sollen, neben Touristen, im neuen Aushängeschild der Park Plaza Hotels übernachten.

Bis zu vier Meter sind die Decken in den Gästezimmern und Suiten hoch, durch die vorgegebenen Grundrisse in den fünf Stockwerken ist jedes Zimmer ein mit maßgefertigten Möbeln und Accessoires aus aller Welt bestücktes Original; über dem Bett soll ein Bonmot von Börsenguru André Kostolany die Gemüter beruhigen: „Aktien kaufen und dann tief und lange schlafen“. Die Wände zu einigen Badezimmern sind mit einem überdimensionalen Bambusmotiv in Siebdrucktechnik – im asiatischen Raum ist Bambus ein Symbol für Stärke und Glück – beschichtet. Betten mit Überlänge und Allergiker-Bettwäsche, Espressomaschine, Laptopsafe, Flachbildschirme und Air-Condition gehören zur Zimmerausstattung, Wireless-LAN gibt es im gesamten Haus. Einer der beiden Tagungsräume sowie der Boardroom für bis zu 150 Gäste sind in einem Penthouse untergebracht. Ungewöhnlich: das hauseigene, in tiefrot gehaltene Kino mit 45 Plätzen. Michael Fuhrmann: „Hier können Filmpremieren, Präsentationen und Events aller Art stattfinden. Vielleicht wird auch ein privater Kinoclub ins Leben gerufen.“

Armin Rühling, zuletzt Küchenchef im Hilton Weimar und seit fast zwanzig Jahren vornehmlich in den USA und auf Kreuzfartschiffen tätig, ist einer von dreißig Mitarbeitern und Küchenchef des Restaurants twenty-three wallstreet. Seine Küche wird ebenfalls vom Big Apple beeinflusst, er hat New York Fusion Food kreiert.

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