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INTERVIEW DER WOCHE

Wir gehen von einem Einzelfall aus

Dorint Vorstand Dr. Theim lässt externe Dienstleister unter die Lupe nehmen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/6 vom 12. Februar 2005

Herr Dr. Theim, Dorint Manager sollen Schmiergelder von Reinigungsfirmen genommen haben, ein Regionaldirektor war vorübergehend in Haft. Was ist los bei Dorint?

Theim: Fakt ist: Ein früherer Dorint Mitarbeiter und Hoteldirektor wird verdächtigt, Schmiergelder von einer Reinigungsfirma, die früher für Dorint in einigen Hotels im Rhein-Main-Gebiet tätig war, entgegengenommen zu haben. Bis zum heutigen Tag hat man uns aber keine Akteneinsicht gewährt. Wir können daher die erhobenen Vorwürfe nicht selbst überprüfen. Fest steht aber, dass es sich um Vorgänge handelt, die nicht das Hotel in Wiesbaden betreffen, in dem dieser Mitarbeiter zuletzt tätig war. Es dürfte sich um einen Vorgang in einem Hotel handeln, in dem er zuvor tätig war. Die betreffende Reinigungsfirma ist seit geraumer Zeit nicht mehr für Dorint tätig. Von dem Mitarbeiter haben wir uns getrennt. Unsere Interne Revision hat aufgrund der Vorwürfe alle in Betracht kommenden Betriebe untersucht. Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Fremdreinigungsfirmen konnten dabei nicht festgestellt werden. Wir gehen deshalb von einem Einzelfall aus.

Der Staatsanwalt wird dahingehend zitiert, dass die Ermittlungen gegen weitere Dorint Manager erst am Anfang stünden. Was kommt da auf Dorint möglicherweise noch zu?

Theim: Der Oberstaatsanwalt hat etwaige frühere Aussagen in dieser Richtung korrigiert. Ermittlungen laufen noch hinsichtlich eines weiteren Dorint Mitarbeiters; konkrete Verdachtsmomente scheinen aber nicht vorzuliegen. Der Schwerpunkt der Ermittlungen richtet sich offensichtlich gegen eine Reinigungsfirma und gegen die bei dieser, nicht bei Dorint, beschäftigten Arbeitskräfte.

Nach welchen Gesichtspunkten werden Reinigungsarbeiten bei Dorint vergeben? Nur billig – oder wird der Dienstleister gecheckt?

Theim: Im Reinigungsgewerbe muss mit Unregelmäßigkeiten gerechnet werden. Verträge werden daher grundsätzlich nur mit einer sehr begrenzten Laufzeit abgeschlossen. Dorint hat daher zuletzt in 2003 alle bis dahin bestehenden Vereinbarungen mit Fremdreinigungsfirmen beendet und die Aufträge neu ausgeschrieben. Um Unregelmäßigkeiten und Einflussnahmen auszuschließen, wurde ein neutrales Beratungsunternehmen mit der Erstellung der Leistungsverzeichnisse, der Ausschreibung)Informationen und Fragen, die von Veranstaltungsmanagern und Einkäufern an Hotels im Rahmen einer Anfrage verschickt werden.
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und der Angebotsverhandlung beauftragt. Die Anbieter wurden dabei sorgfältig unter die Lupe genommen; in einigen Fällen wurden früher für Dorint tätige Firmen aus den eingangs genannten Gründen nicht mehr berücksichtigt. Der PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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spielt zwar auch eine Rolle; entscheidend waren aber Bonitätsauskünfte, nachweisbare erfolgreiche Betätigung in anderen Hotels sowie einwandfreie Dokumente. Durch die jeweiligen Hotelleitungen werden regelmäßig die von den Firmen eingesetzten Mitarbeiter überprüft; Zweifel an den Arbeitspapieren führen dazu, dass diese nicht tätig werden dürfen. Dorint wird diese Vergabepraxis weiter verschärfen; gegen mögliche illegale Aktivitäten aufgrund unzureichender Sorgfalt staatlicher Behörden sind wir aber machtlos.

Die Fragen stellte Ulrich Jungk


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