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Einladend: Der große Biergarten des Klosterbräustüberls Foto: Restaurant

Wo alte Bäume Schutz bieten

Im Biergarten des Klosterbräustüberls Reutberg werden 600 Plätze bewirtschaftet / Denkmalschutz engt den Spielraum ein

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/11 vom 10. März 2012
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Wer es sich im des Klosterbräustüberls Reutberg gut gehen lässt, könnte meinen, es sei nichts leichter als ein Wirtshaus mit 600 Plätzen im Freien zu führen. Aber wie immer, wenn es ganz locker aussieht, steckt eine Menge Organisation dahinter, damit alles wie am Schnürchen klappt.

So seien 60- bis 90-Stunden-Wochen keine Seltenheit, wie Bernhard Haindl einräumt. 2010 hat er mit Georg Lichtenegger das Klosterbräustüberl Reutberg bei Bad Tölz übernommen. Das Haus lebt von seiner Tradition und wäre ohne den Biergarten nicht denkbar. Die Lage könnte prächtiger nicht sein. Ein denkmalgeschütztes Wirtshaus, davor uralte Kastanien und Eschen, solide Holzbänke und -tische, und nicht zuletzt direkt vor der Nase ein ungetrübter Blick aufs Alpenpanorama. Trotzdem lief der Laden nicht rund, bevor sie ihn übernahmen.

„Das Problem war, dass die Einheimischen nicht mehr kamen, weil die Qualität der Küche nicht stimmte. Touristen und Ausflüglern war das nicht so wichtig. Aber wir wollten die lokale Bevölkerung wieder gewinnen“, sagt Bernhard Haindl. Deshalb griffen sie zu einem bewährten Erfolgsrezept: gute traditionelle bayerische Küche, keine große Karte, absolute Frische. Ein Konzept, das draußen wie drinnen gilt. „Im Sommer braten wir im Biergarten Hähnchen an Drehspießen. Gute Hähnchen. Das entlastet die Küche um ein Drittel“, sagt Haindl. Zu den Rennern zählt natürlich auch der klassische Schweinsbraten.

„Wir haben einen Ganzjahresbiergarten“, erzählt Haindl. „Sobald die Sonne scheint, setzen sich die Leute auch bei Minusgraden raus.“ Dabei hat er nur unmittelbar am Haus vier Heizstrahler, um die sich die Gäste scharen. Ansonsten leisten Decken ihre Dienste. Oft blase auch der Wind recht ordentlich, aber bestimmte Schutzvorrichtungen gibt es bislang nicht. „Wir haben noch nichts Passendes gefunden. Wir wollen uns ja nicht die Aussicht verbauen. Und dann muss es noch vom Denkmalschutz genehmigt werden“, zählt der Wirt auf. Aber für Schatten sei gesorgt, mit großen fest montierten Schirmen und dank des alten Baumbestandes.

Bei schönem Wetter sei der Biergarten von 11.30 Uhr bis 23.30 Uhr sehr gut besucht. Die Gäste werden bedient, niemand muss aufstehen und sich seine Speisen oder Getränke irgendwo abholen oder den Aufruf seiner Nummer warten. „Für die 600 Plätze haben wir sechs Bonnierer, die kassieren dürfen und acht Leute, die auftragen und abräumen. Das funktioniert“, sagt der gelernte Koch Haindl. Er und sein Geschäftspartner, Hotelfachmann Lichtenegger, arbeiten beide voll im Betrieb mit – vom Tische abwischen bis zum Kartoffel schälen. „Dadurch können wir stets die Qualität überprüfen und motivieren auch unsere Mitarbeiter. Wir haben keinen Ruhetag und teilen uns so ein, dass immer ein Chef im Haus ist“, sagt Haindl. Beim Bestellen und Kassieren sind die Bonnierer mit Orderman-Geräten unterwegs. Für reibungslose Abläufe habe man die Küche so umgebaut, dass unnötige Laufereien erspart bleiben.

An den Tischen ist dagegen Gemütlichkeit oberstes Gebot. „Auf jedem Tisch liegt eine saubere Tischdecke und stehen frische Blumen“, sagt Haindl. Auch das gehört für ihn dazu, damit sich die Gäste wohlfühlen. mia

www.klosterbraeustueberl-

reutberg.de




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