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Sonderthemen

Wohlfühlen in der Horizontalen

Mit Betten und Matratzen wirbt der Hotelier „im Schlaf“ für sein Hotel / Sparen kann hier verhängnisvolle Konsequenzen haben

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/5 vom 5. Februar 2005

STUTTGART Wer ein Hotelzimmer bucht, hat in der Regel eines vor: gut zu übernachten. Wer in angenehmem Ambiente gut erholt erwacht, behält die Schlummerstätte in guter Erinnerung – und kommt gerne wieder. Damit dies gelingt, sollten Raum und Bett ansprechend gestaltet sein, besonders wichtig aber ist der Schlafkomfort. Hier kommt der Matratze besondere Bedeutung zu. Ihre Aufgabe ist es, den Körper während des Schlafes gleichmäßig zu stützen und punktuelle Belastungen möglichst zu verhindern. Zudem muss die Matratze wärmen und die von der Haut abgegebene Feuchtigkeit gut aufnehmen und transportieren können. In Sachen Lastverteilung steht der Hotelier vor einem Problem: Während der eine Gast eher eine harte Unterlage bevorzugt, wünscht ein anderer sich eine weiche Matratze. Unterschiedlicher Körperbau und Schlafgewohnheiten machen es schwierig, die Vorzüge von Matratzen mit unterschiedlichen Härtezonen zu nutzen.

In Betten und Matratzen kann

auch stückweise investiert werden

Eine gleichmäßige Verteilung des Körpergewichtes lässt sich mit Stiftlatexmatratzen oder mit Taschenfederkernmatratzen erreichen, deren Federn nur durch den umhüllenden Stoff mit ihren Nachbarn verknüpft sind. Daraus ergibt sich eine gute Punktelastizität: Bei Belastung einer Feder werden die umliegenden – anders als bei fest miteinander verbundenen Federn – nicht mit niedergedrückt. Schwerere Köperpartien sinken so tiefer, leichte weniger tief ein, was einen hohen Schlafkomfort gewährleistet. Günstiger allerdings sind Bonell-Federkerne, bei denen die feste Verbindung der einzelnen Federn immerhin eine Flächenelastizität erreicht. Stets gilt: „Durchhänger“, die in der Mitte – beim Liegenden dann im Hüftbereich – tief einsinken, sind nicht zu empfehlen.

Die Wirbelsäule erfährt hier im Liegen eine ungute Durchbiegung, was der Erholung abträglich ist. Insbesondere Menschen mit Rückenproblemen werden solche Unterlagen verfluchen und die Nacht im Hotel kaum in guter Erinnerung behalten. Keine Scheu vor hochwertigen, individuell einstellbaren Lattenrosten und Komfortmatratzen: Man muss nicht gleich das ganze Hotel damit ausstatten. Aber wer einige Exemplare hiervon – etwa für den Bandscheibengeplagten oder auch den anspruchsvollen Stammgast – bereit hält, für den zahlt sich dieser Sonderservice garantiert aus. Bei der Einrichtung der Gästezimmer sollte der Schlafplatz angemessen berücksichtigt werden. So empfiehlt Objekteinrichter Neubert, dem Bett schon bei der Planung einen optisch eigenständigen Platz einzuräumen. Bei der Platzierung ist zu bedenken, dass mindestens 50 Zentimeter Durchgangsbreite zwischen Bett und Wand oder anderen Möbeln verbleiben, auch sollte das Bett nicht direkt vor der Heizung oder dem Fenster stehen. Ideal ist zudem eine Ausrichtung mit Blick aufs Fenster. Entsprechend ist vor allzu knapper Platzkalkulation zu warnen. Vorteilhaft sind übrigens Betten mit geringem Eigengewicht. Dies verbessert die Handhabbarkeit der Möbel, etwa bei der Bodenreinigung oder beim Umstellen. Demgemäß fertigt beispielsweise die Firma Neubert Objekteinrichtungen ihre Boxspringbetten aus Massivholz, das gegenüber Spanplatten deutlich leichter sei. Der Schlafplatz sollte in die textile Gesamtgestaltung des Zimmers einbezogen werden. Durch ein einheitliches Stoffkonzept, das gegebenenfalls auch den Bettunterbau einbezieht, kann somit ein harmonisches Gesamtbild erreicht werden.

Die Bettausstattung zählt zu den Investitionen des Hoteliers, die regelmäßig neu getätigt werden müssen: Etwa acht bis zehn Jahre halten Matratzen erfahrungsgemäß, dann sind sie durchgelegen und sollten zur Bequemlichkeit des Gastes ersetzt werden. Bereits vor dieser Frist sollte regelmäßig geprüft werden, ob der Lattenrost, der die Matratze trägt, noch gute Spannkraft hat: Biegen sich die Latten schon nach unten, hängt auch die beste Matratze durch – und das spüren die Gäste am eigenen Leib.

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