Editorial
Zeit der guten Nachrichten
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
wir wollen kein Wasser in den Wein gießen, soll heißen: die guten Nachrichten von der anziehenden Konjunktur, vom prima Wirtschaftsklima nicht trüben. Denn das steht ja fest: Das Gastgewerbe bekommt den Aufschwung zu spüren. Davon kündet jetzt auch unser exklusives Ranking der umsatzstärksten Hotels in Deutschland, das Sie im AHGZ-Teil Der Hotelier finden.
So darf man sich endlich mal wieder freuen. Aber auch nicht vergessen, dass Mehrwertsteuer, Lohnzusatzkosten, TV-Gebühren sowie gestiegene Ausgaben bei Energie und Lebensmitteln die Erträge belasten; vor allem bei den Kleineren, die eh schon ums Überleben kämpfen. Käme dann noch der gesetzliche Mindestlohn, sähe es für etliche unter ihnen gar nicht gut aus. Der DEHOGA fürchtet sogar, dass die Schwarzarbeit zunehmen könnte und Arbeitsplätze vernichtet würden. Ganz anders sehen dies Gewerkschafter. Ihrer Meinung nach könnte Mindestlohn „Schwarzarbeitgebern“ den Garaus machen und so Wettbewerbsverzerrungen beseitigen. Der Preis: Ein Stück Tarifautonomie ginge verloren. Also zurück zu den guten Nachrichten. Mit dem Aufschwung sind wieder mehr Beschäftigte in Lohn und Brot. Das bestätigt jetzt die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, in der auch das Gastgewerbe vertreten ist. Sie prognostiziert einen Zuwachs von 70.000 Arbeitnehmern (Seite 2). Wobei Fachkräfte immer schwerer zu finden sind.
Von der guten Stimmung und dem schönen Wetter profitiert eine Spielart der Außengastronomie, die gerade bei jungen Leuten und bei Familien gut ankommt. Die Rede ist von den Beach Clubs in den Städten.
Wenn der Asphalt glüht und die Hitze sich in den Betonburgen staut, dann ist dies die Stunde der künstlichen Paradiese. Ein bisschen Sand, ein paar Liegestühle: Schon ist das Strand-Feeling da. Auf Parkdecks, auf den Dächern von Kaufhäusern, an Flüssen oder in Bahnhofsnähe: Die Oasen machen den Summer in the City erträglich(er). (Seite 5)

