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Dass man Lebensmittel nicht leichtfertig in
den Abfall wirft, impft man Azubis schon am ersten Tag ein

Kommentar

Zu teuer für die Tonne

Von Ulrich Jungk, stellv. Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/24 vom 9. Juni 2012

Die Jagd auf Schnittchen & Co. ist eröffnet. Verbraucherministerin Ilse Aigner ist beim Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln auf eine heiße Fährte gestoßen. Im Gastgewerbe macht sie jenes Großwild aus, das ursächlich dazu beiträgt, dass zuviel Gutes in der Tone landet.

Die Munition für die Jagd auf Verschwender liefert der Ministerin eine Studie der Universität Stuttgart. Großverbraucher wie Gaststätten, CatererUnternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Institutionen oder Personen mit Speisen und Getränken an Orten zu versorgen, an denen normalerweise keine gastronomische Leistung möglich oder üblich ist .
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oder Kantinen stehen mit rund 17 Prozent – oder 1,9 Mio. Tonnen jährlich – auf Platz zwei der Verschwenderliste von Lebensmitteln.

Aber zu einem munteren Kesseltreiben auf die Gastronomie will die Verbraucherministerin vorerst nicht blasen. Aigner ist klug genug zu erkennen, dass eine Verschwendung im großen Stil in den Privathaushalten stattfindet. Denn laut Studie wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm weg. 65 Prozent dieser Lebensmittelabfälle wären völlig oder zumindest teilweise vermeidbar. Und die Ministerin weiß nur zu gut, dass ihrem streng auf Verbraucherschutz getrimmten Haus eine gewisse Mitschuld zukommt. Denn mit den Bestimmungen über die Mindesthaltbarkeitsdauer ist die Seuche ins Revier eingezogen: Viel Unsicherheit herrscht bei Verbrauchern darüber, was eventuell schädlich ist oder nicht. Und hier steht die Ministerin in der Pflicht.

Der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
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Bundesverband reagiert, indem er seine Mitglieder mit einer Checkliste für ein Thema sensibilisiert, das in der Praxis jedem Azubi schon am ersten Arbeitstag eingetrichtert wird: Dass die Vermeidung von Lebensmittelabfällen zum fachlichen Rüstzeug im Gastgewerbe gehört. Das beginnt beim Einkauf und hört beim ControllingVerbindung des Prozesses der Planung, Kontrolle und Steuerung mit der Informationsversorgung.
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längst nicht auf. Den Trend zu kleineren Portionen beherzigen Gastronomen längst. Zu teuer für die Tonne, denn rechnen kann die Branche. (Seite 7)




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Leser-Kommentare zum Artikel (2)

Uwe Becker, Mainz
Uwe Becker, Mainz

20.06.2012 um 13:19

Betreff: Resonanz

Die Anzahl der Kommentare zeigt, das Thema ist in der Gastronomie noch nicht angekommen.
Ganz im Gegensatz dazu, ist der Gast bereits sensibilisiert, durch Nachrichten, Kinofilm, Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Events.
Ob da nicht ein Trend verschlafen wird???

Uwe Becker, Mainz
Uwe Becker, Mainz

20.06.2012 um 09:48

Betreff: Nicht streiten - lösen!

Die Diskussion um die Lebensmittelverschwendung zeichnet sich derzeit ausschliesslich durch Schuldzuweisungen und unsachlichen Argumente aus.
Es bringt Keinem was, dem Endverbraucher ein schlechtes Gewissen einzureden. Besser ist es, das Thema für sich gewinnbringend anzugehen. Und hierfür ein paar Lösungsansätze:
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