Editorial
Zukunftsweisende Gastronomen
Von Cornelia Küsel, Redakteurin
Die Einschnitte bei den Öllieferungen aus Russland haben die Debatte über Atomkraft neu entfacht. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Nachdenken über die Folgen eines Ausstiegs und die EU-Kommission gar den Ausbau der Kern-Energie fordert, hält Umweltminister Sigmar Gabriel an der schrittweisen Abschaltung der Atomkraftwerke bis 2020 fest.
Eine Scheindebatte, die die verschiedenen Energieprobleme bewusst falsch verquickt, um in diese oder jene Richtung zu manipulieren. Denn Öl (Heizenergie) hat mit Atomkraft (Strom) nichts zu tun. Wie dem auch sei, der russische Öllieferengpass bietet einen notwendigen Anlass, Wege aus der Abhängigkeit Deutschlands von fremder Energie zu suchen.
Clevere Gastronomen haben solche Wege für sich längst gefunden , weil sie angesichts des enormen Wettbewerbsdrucks Sparpotenziale ausfindig machen mussten (Seite 5). Sie investieren mit Erfolg in Energiesparlampen, kleine Blockheizkraftwerke, Sensoren- und Druckwasserhähne, wärmedämmende Verkleidungen der Gebäude, Holz-Heizanlagen und Windkraftwerke. Damit reduzieren die Gastbetriebe nicht nur ihre Kosten und schaffen sich größeren finanziellen Spielraum, sondern tun auch etwas für die Umwelt – was sich wiederum gut vermarkten lässt.
Immerhin warnt die EU-Kommission vor dramatischen wirtschaftlichen Folgen in Europa, wenn der Klimawandel nicht gebremst werde. Der ist zum großen Teil auf den CO2-Ausstoß bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl zurückzuführen. Dies kann man der Kern-Energie zwar nicht vorwerfen, dafür birgt sie aber Risiken wie Störfälle und die ungelöste Entsorgung.
Also weder noch? Zumindest bieten Alternativen, die ein Teil der Gastronomen in ihrem Sinne und zum Wohl der Gesellschaft umgesetzt hat, eine zukunftsweisende Möglichkeit der unabhängigen Energievesorgung. Politiker sollten folgen.

