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Bernhard Zepf: „Ich kann mir vorstellen, dass es bunter wird“

Holger Zwink

Leserforum – Print & Online

Zum Image der Branche, möglichen Karrierewegen & Schnäppchenjägern

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/34 vom 18. August 2012

Zum Beitrag „Gastgewerbe besser als sein Ruf“ auf AHGZ.de vom

14. August:

Branche muss sich schämen

„… bis 1991 war ich in der Gastro- und Hotelbranche im In- und Ausland tätig. Seither werfe ich immer wieder ein Auge auf die Entwicklung der Löhne. Verglichen mit denen vor 20 Jahren wundere ich mich über garnichts mehr. Es sprießen Lounge-Cafes wie Pilze aus dem Boden. Cool designed. Und die Läden brummen. Aber keine Bäckereifachverkäuferin, kein Koch und keine Köchin stehen hinter dem Tresen, keine Servicefachkraft kümmert sich um das Abräumen, sondern die Spülfrau. Und alle arbeiten in Teilzeit oder aber als 400- Euro-Jobber und müssen mit weniger als 8,50 Euro brutto auskommen. Mag ja sein, dass die Statistik für 2011 und 2012 nach unten korrigiert wird. Es ist eigentlich eine Schande, dass eine Branche, die ganze Landstriche am Leben erhält, und die der Motor für den Tourismus ist, ihre Mitarbeiter so an der kurzen Leine hält. Sehr schade …“

Michael Kraus, Lauf

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„Unser Beruf ist nicht akademisch“ Zum Interview mit Berhard Zepf (Foto), Verein Förderer der Hotellerie & Gastronomie, auf AHGZ.de und in AHGZ vom 11. August:

Mischung ist wichtig

„… interessant, aber leider nicht auf der Höhe der Zeit. Das Management der modernen Hotellerie ist in vielen Fällen von mehreren Interessengruppen geprägt: Da sind die Betreiber, Besitzer, Gäste, Mitarbeiter und viele andere. Alle Interessen auch in der Zukunft erfolgreich unter einen Hut zu bringen erfordert mehr als eine klassische Ausbildung. Es wird praktische Erfahrung, Feingefühl im Umgang mit Gästen und Mitarbeitern, ein ausgeprägtes Zahlenverständnis, Rückgrat bei der Budgetvorstellung vor der Kette und dem Besitzer und vieles mehr gefordert. Die Ansprüche werden in Zukunft nicht weniger werden und da reicht Talent bei vielen Führungskräften nicht mehr aus. Es braucht eine Akademisierung und eine weitere Spezialisierung der Branche. Viele Hoteliers, zu denen wir heute aufschauen, haben es schon lange erkannt: Die Mischung der Ausbildung ist wichtig! Hannes Bareiss hat eine klassische und eine akademische Ausbildung abgeschlossen. Diese Entscheidung wurde sicherlich von seinem Vater beeinflusst. So – und nur so – kann die Zukunft der Hotellerie gestaltet werden …“

Stefan Renziehausen, Frankfurt

Alleskönner sind gefragt

„… unser Beruf braucht den Alleskönner, die eierlegende Wollmilchsau. Wir brauchen zum einen Menschen, die praktisch denken und arbeiten können, die auch mal hinter der Spüle die Ärmel hochkrempeln und an der Rezeption einen Check-in
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machen, und da darf auch mal ein GM einem Gast den Koffer ins Taxi lupfen. Und gleichzeitig muss derselbe Hoteldirektor (oder neudeutsch GM) akademisch denken und arbeiten können, er muss KaufmannJuristische Person oder natürliche Person, die ein Handelsgewerbe von solcher Bedeutung betreibt, dass davon ausgegangen werden kann, dass sie sich mit den Gepflogenheiten des Handels auskennt, sodass man sie den Besonderheiten des Handelsrechts unterwerfen kann die Definition ist in § 1 Abs.
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sein und Bauleiter, er muss Stratege und Planer sein, er muss Betriebswirt, Controller und Personaler sein. Vielleicht brauchen die großen Ketten eher die praktischen Akademiker und die Privathotels eher die akademischen Praktiker. Aber klar ist, dass wir immer die Mischung aus beidem brauchen und zwar in einer Person. Nur das garantiert den Erfolg. Nicht umsonst ist dies auch genau der Weg, den die guten und namhaften Hotelfachschulen vorgeben, ob in Deutschland oder in der Schweiz …“

Wolfgang Foerster, Bad Soden

Preiswerte Importweine boomen. „Sind die Deutschen ein Volk der Schnäppchenjäger?“ Die Frage der Woche auf AHGZ.de und in AHGZ vom 11. August:

Hauptsache satt

„… wir haben uns doch diese Mentalität selbst herangezüchtet. Oder, um es im Küchenjargon zu sagen: Aus Scheißdreck kann auch Bocuse kein Festmahl kochen ... gerade der F&B-Bereich hat einen Werteverfall erlitten, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Es wird viel Geld für Glotze, Spiele und Urlaube ausgegeben, aber bei Essen und Trinken wird nur das Billigste gekauft. Hauptsache satt. Und bei den Getränken: Hauptsache es knallt. Gute Qualität wird nur noch in Ausnahmefällen genossen und nur von denen, die es auch zu schätzen wissen …“ Frauke Zawada, Essen

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